Reisebericht: Kapstadt - Tafelberg - Kap der Guten Hoffnung

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Reisebericht: Kapstadt - Tafelberg - Kap der Guten Hoffnung

Reisebericht: Die Regenbogennation: Südafrika

Kapstadt - Tafelberg - Chapman's Peak Drive -
Kap der Guten Hoffnung - Constatia

 

 

 
Reisetyp: Individualreise
Reisebericht aus dem Jahr: 1999
Altersgruppe des Autors: 45-60 Jahre
 

 
Von Hermanus nach Kapstadt: Das schönste Ende der Welt
9.April 1999

Fahrt von Hermanus über Bolrivier auf die N2 bis zum Sir Lowry Pass. Hier werden wir fast umgeweht, so stark ist der Wind. Doch die Sicht auf das etwa 40 km entfernte Kapstadt ist überwältigend. Nachdem die Fotos gemacht sind geht’s es bergab Richtung Kapstadt. Einer Blechlawine gleich säumen windschiefe Hütten aus Wellblech und alten Hinweisschildern gezimmert, den Highway. Niemand weiß genau wie viele schwarze und andersfarbige Menschen in den Elendsvierteln leben.

Wir halten einmal kurz an, um zu filmen.

Es bleibt nicht aus, dass dieser trostlose Anblick ein beklemmendes Gefühl hinterlässt, wenn wir bedenken was für ein schönes Zuhause wir haben.

Bald erreichen wir Kaapstad – Kapstadt – Cape Town. Wir haben uns das Holiday Inn Garden Court am Green Market Place als Herberge ausgesucht. Saverio fährt sicher ins Verkehrsgewühl. Wir finden das Hotel hinter einem riesigen Markt mit afrikanischer Kunst usw. Das Wochenende ist preiswert. 318 Rand das Zimmer. Wir checken ein und bringen das Auto in die nahe gelegene Garage. Anschließend machen wir den ersten Spaziergang. Ein kräftiger Wind empfängt uns. Der Meereswind der aus dem Süden, mal aus östlicher, mal aus westlicher Richtung weht, vertreibt regelmäßig Smog und Krankheitserreger; die Einheimischen sprechen daher vom "Kapdoktor". Plastiktüten und Klopapier wirbeln an den Hochhäusern hoch. Die Ampel am Tafelberg steht auf rot. Wenn diese grün zeigt, ist die Seilbahn in Betrieb. Wir schlendern St. George Str. (Mall) zur unteren Adderley Str. bis zum Jan van Riebeeck Denkmal und an vielen Restaurants und First-Class – Hotels wieder zurück. In der Mitte Adderley street ist ein mit vielen kleinen Lämpchen installierter Leuchtbogen zu sehen mit der Inschrift: "Gateway to Africa"; auch die BIG Five sind dargestellt. Auf dem Heimweg kaufen Christian und ich die ersten Holztiere ein.

Abends machen Saverio, Christa und ich noch einen Rundgang. Am angeleuchteten Parlamentsgebäude vorbei. Alles ist wie ausgestorben. Die Geschäfte schließen um 17.30 Uhr. Alles wirkt ein wenig unsicher. Überall Wach – und Schließgesellschaften. Schwarze schützen vor Schwarze.

Anschließend noch in den Irish Pub des Hotels. An der Wand hängt ein ausgestopfter Ziegenkopf mit einer Tabakpfeife im Maul.

Kapstadt, Sitz des Parlaments von Südafrika und Hauptstadt der westlichen Kapprovinz. Kapstadt liegt am nördlichen Rand der Kaphalbinsel und ist einer der größten Häfen sowie eines der größten Industriezentren Südafrikas. Angegliederte Vororte und Satellitenstädte erstrecken sich über die Meerenge der Kaphalbinsel zur Falsebai. Der älteste Stadtteil liegt zwischen der Table Bay und den steilen Hängen des 1 086 Meter hohen Tafelberges. Kapstadt ist auch ein beliebter Urlaubsort.

Das Umland von Kapstadt wird vom Tafelberg geprägt. Eine Drahtseilbahn führt auf den Berggipfel hinauf. Zu den historischen Sehenswürdigkeiten gehören das älteste Gebäude der Stadt, das Fort (Baubeginn 1666), die Niederländische Reformationskirche (Baubeginn 1699), das alte Rathaus (1755) sowie die alten, im niederländischen Stil erbauten Gebäude und Moscheen im Malaienviertel auf dem Signal Hill. Weitere Besonderheiten sind das Parlamentsgebäude (1886), das Südafrikanische Museum (1825), die Südafrikanische Nationalgalerie (1871), die Michaelis-Sammlung niederländischer und flämischer Kunstwerke aus dem 17. Jahrhundert und die Südafrikanische Bibliothek. Die Universität Kapstadt (gegründet 1829) befindet sich in der Stadt, während die Universität des Westkaps (1960) im Außenbezirk liegt.

Wirtschaft

Der künstlich angelegte Hafen in der Tafelbucht ist mit seinen Trockendocks und modernen Löschanlagen Anlaufstelle für Frachter und Passagierschiffe, die das Kap der Guten Hoffnung im Süden umschiffen. Hauptexportprodukte sind Gold, Diamanten und Zitrusfrüchte. Die großen Industrien arbeiten in den Bereichen Ölraffinerien, Schiffbau und -reparatur, Diamantenbearbeitung, Druckerzeugnisse, Lebensmittelverarbeitung sowie Bekleidungs-, Plastik- und Lederwarenherstellung.

Geschichte

Kapstadt wurde 1652 von Jan van Riebeeck als Proviantstation für die Schiffe der niederländischen Ostindischen Kompanie gegründet. Sie ist die älteste Stadt europäischen Ursprungs in Südafrika. Kapstadt blieb mit Hilfe einer französischen Garnison, die von 1781 bis 1795 dort stationiert war, unter niederländischer Kontrolle, bis es von britischen Truppen 1795 während der Koalitionskriege eingenommen wurde. Die Siedlung kehrte 1803 kurzzeitig in niederländischen Besitz zurück, wurde jedoch 1806 erneut von britischen Truppen besetzt. Kapstadt war im 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts, vor dem Bau des Suezkanals, eine wichtige Versorgungsstation für Schiffe. 1814 wurde sie zur Hauptstadt der britischen Kapkolonie. Später wurde sie zur parlamentarischen Hauptstadt der Union Südafrika (1910-1961) und der heutigen Republik Südafrika erhoben. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 855 000.

Waterfront
10.April 1999

Der ADAC empfiehlt: "Der Besuch des Companys Garden, des 5,5, Hektar großen botanischen Gartens ist ein Muss. Von hier aus sind zwei interessante Museen bequem zu Fuß zu erreichen." Das 1825 gegründete South African Museum zeigt eine umfassende Darstellung der Kultur und Lebensweise afrikanischer Ethnien. Es zeigt aber auch Tiere und Meerestiere Südafrikas. Ein riesiges Skelett eines Wales ist ebenfalls zu sehen. "In der South National Gallery sind vor allem Exponate südafrikanischer aber auch europäischer Künstler zu sehen. Wir gehen in den botanischen Garten und trinken dort Kaffee. Wir treffen anschließend Saverio und Christa im Botanical Garden, einem Überbleibsel des von Jan von Riebeeck einst zur vitaminreichen Beköstigung der Indienfahrer angelegten Comapny`s Garden. Wir besuchen die o.g. Museen. Man merkt, dass dieser Staat in der Museumskultur noch im Aufbau ist. Spaziergang Adderley Str. an der Central Station stehen auf einem Parkplatz Hunderte, wenn nicht Tausend kleine VW – Busse, die die Schwarzen wieder hinaus in die Subtowns bringen. Um dem Bahnhof herum überall afrikanische Kunst im Überfluss. Wir fahren zu einer anderen Attraktion in Kapstadt: Waterfront. 1988 wurden Kais und Lagerhallen im alten Hafen zur Victoria & Alfred Waterfront, einem Vergnügungs- und Einkaufsviertel, umgestaltet.

Wir betreten den "Stolz Kapstadts" und amüsieren uns an ein paar Seelöwen, die die kleinen Boote bedrängen. Wir schlendern durch die Mall und an den Restaurants vorbei. Es ist alles amerikanisiert. Man hat überhaupt in Kapstadt den Eindruck, als sei man in Amerika. Eigene kulturelle Entwicklung ist Fehlanzeige. Wir fahren weiter nach Mouille Point und Seapoint.
 

"Die Buchten um Kapstadt," so sagte die Stewardess im Flugzeug, "sind immer wieder anders, auch in den Temperaturen." Auf dem Heimweg essen wir in Theo's Steaks. Theo ist eingewanderter Grieche. Übrigens Kapstadt ist die einzige Großstadt südlich der Sahara, in der traditionell nicht Schwarzafrikaner, sondern Weiße und Mischlinge die Bevölkerungsmehrheit bilden.

Draußen steht ein Mann und hilft uns beim Einparken. Er drückt uns einen kleinen Zettel in die Hand: "CAR WATCH – For a volontary donation your vehicle will be monitored by Christopher"

Wir müssen nach Betreten des Lokals noch warten, es ist übervoll. Das Essen ist sehr gut und draußen steht unser Auto-Aufpasser, dem wir natürlich dafür auch ein Trinkgeld geben. Müde vom Essen und Bummeln sind wir froh wieder im Hotel zu sein.

 
Die Ampel am Tafelberg zeigt grün
11. April 1999

Saverio lag die ganze Nacht auf Lauer. Da Alesis Zimmer einen Blick auf den Tafelberg bietet, klingelt um 7 Uhr das Telefon: " Buon Giorno! Avanti!. Es geht zum Tafelberg!" Gegen 8.30 Uhr sind wir an der Talstation der Seilbahn. Jetzt sind die Parkplätze schon rar. Saverio findet noch einen Platz in der Nähe, während ich die Karten löse. Erwachsene zahlen 60 R und Kinder bis 16 nur 32 R. Unsere Rundgondel dreht sich auch um die eigene Achse, ein besonderer Gag. Oben offenbart sich ein wahrhaft gigantischer Blick auf Kapstadt und die Kaphalbinsel. Wir haben Glück, der Tafelberg trägt nicht sein berühmtes Tafeltuch, das wir schon sahen. Das tut es, wenn der "Cape Doctor", der Südostwind, kondensierte Feuchtigkeit aus der False–Bay gegen das Bergmassiv drückt und eine Wolkenschicht erzeugt, die sich wie eine Tischdecke auf das Hochplateau ausbreitet. Im Osten erhebt sich die Flanke des Deavel's Peak (1001 m), im Westen die des 670 m hohen Lion's Head, weit draußen im Meer lässt sich die Gefangeninsel Roben Island, auf der Nelson Mandela jahrzehntelang unter dem Apartheidregime einsaß, ausmachen. Hier oben wachsen über 2000 wilder Pflanzen, allein über 1200 Protea–Arten. Leider blühen sie jetzt im Herbst nicht. Nicht vergessen der höchste Punkt misst genau 1087,10 m.

Der Blick von hier oben fasziniert. Ich bestaune diese Schöpfung hier. Einfach wunderbar! Jeder geht für sich und atmet diese wundersame Ausblicken in seine Seele.

Ria will eine verdörrte Pflanze, die aussieht wie eine Tier, in Nahaufnahme fotografieren. Das geht nur in der Hocke. Bei dem unebenen Gelände kann sie schlecht zurückgehen. Sie beugt den Oberkörper zurück und fällt in eine Kuhle und ist nur mit vereinten Kräften wieder auf die Beine zu stellen.

Auf den ansonsten bequemen und gut ausgeschilderten Wegen treffen wir häufig auf eine zahme Tierart: Rock Dassie (Procavia capensis). Die Tiere ähneln Murmeltieren.

Gut, dass Saverio uns so frühzeitig hierher gebracht hat, denn unten ist, als wir wieder an der Talstation sind, der Rummel ausgebrochen. Autoschlangen und Menschenschlangen begegnen sich.

Vom Bad in der Menge zum Sonnenbad sind es keine 30 Minuten, denn Saverio fährt mit uns zur Camps Bay. Dieser Ort ist ein beliebter Treffpunkt zum Sehen und Gesehenwerden. Hier gibt es schöne Strände, schicke Restaurants und einige Luxushotels. Wir essen vorzügliche Pizza und Salat und gehen einmal an den Atlantik. Es ist heiß. Hier am Victoria Drive liegen vornehme Vororte wie an einer Perlenschnur aufgereiht. Traumhafte Häuser und Bepflanzungen, sowie meistens ein Auto der gehobenen deutschen Luxusklasse vor der Garage: Bakoven, Llandudno, Hout Bay. Hinter Hout Bay beginnt der bekannte Chapman's Peak Drive.

Wovon Mister Chapman nichts ahnen konnte: Generationen, nachdem er als angeblich erster britischer Seemann die Bucht von Hout Bay betreten hatte, bauten italienische Kriegsgefangene 1915 – 1922 die nach ihm benannte, spektakuläre Panoramastraße, die als schönste ganz Südafrikas gilt. Wo an der felsigen Steilküste Sandstein auf Granit lagert, führt uns der Chapman's Peak Drive kurvenreich und immer wieder neue malerische Ausblicke auf den Ozean und blau schimmernde Berge und gichtumtoste Klippen genießen wir von kleinen Haltebuchten aus bis Noordhoek. Christian als Copilot führt uns nach Simon's Town. Wir überlegen, ob wir hier nicht ein paar Tage noch wohnen wollen und fragen nach Unterkünften: entweder zu teuer oder billige Absteige. Ein junger Mann begrüßt uns als hätte er dem Bildnis des Dorian Gray Pate gestanden. Am Strand in Boulders treffen wir auf Pinguine. Es ist eine ganze Kolonie, die dort wohnt.

Nach so vielen Eindrücken fährt Saverio uns noch zur Waterfront zum Abendessen bei HILDEBRAND. Der Inhaber ist Italiener. Für Saverio kein Problem eine angeregte Unterhaltung zu führen. Hier esse ich nun mein Straußensteak. Vielleicht noch eine Anmerkung zu Waterfront. Die Restaurants, Bars, Geschäfte, Kinos, Hotels und Theater locken jährlich 10 Millionen Besucher an. Die Waterfront gilt auch abends als sicher. Ähnlichkeiten mit San Francisco, Las Vegas oder Chicago usw. sind wohl nicht rein zufällig.

Ein weiterer wunderbarer Tag geht zu Ende.

Von Kapstadt zum Kap
12. April 1999

Gegen 10 Uhr brechen wir auf zum Kap der guten Hoffnung.

In Simon's Town machen wir Mittagrast und essen in einem kleinen Restaurant Hake or Kingclip. Es schmeckt vorzüglich und die Lage ist ebenfalls sehr idyllisch.. Hier ist der wichtigste Marinestützpunkt des Landes. Der Ort mit den kleinen Gassen und der "historischen Meile" mit ihren zu Kulturdenkmälern erklärten Häusern hat etwas Britisches an sich. Auf dem betriebsamen Marktplatz Jubilee Square direkt Wasser steht die bronzene Statue von "Just Nuisance". Die dänische Dogge diente den Briten im 2. Weltkriege als Marine–Maskottchen.

Es ist heiß. Das treibt Saverio zu einer heißen Formel - Eins - Fahrt zum Cape of Good Hope Naturreservat. Eintritt 20 Rand. Wir erhalten eine kleine Karte, die die Wege zu den schönen Stränden zeigt. Das Naturreservat, durch das wir nun zur Kapspitze fahren, ist die Heimat einer reichen Tier – und Pflanzenwelt. Wir parken kurz vor der Drahtseilbahn, die uns für 20 Rand nach oben bis kurz vor den Leuchtturm befördert, einer der lichtstärksten der Welt. Wir spazieren den mit kleinen Aussichtsbuchten befestigten Wege nach oben. Von hier oben schaut man direkt auf die Nahtstelle zwischen Atlantischem und Indischem Ozean. Ringsherum, so weit das Auge reicht, erstreckt sich die tiefblaue Weite der beiden Weltmeere. Ein großer Frachter gleitet lautlos in der Ferne vom Atlantik in den Pazifik. Die Kaproute ist heute eine die am häufigsten befahrene Schiffroute der Erde; jährlich fahren etwa 24.000 Schiffe um das Kap. Ab und zu eine Windbö unter uns die machtvolle Brandung macht wohl das Capefeeling aus, dazu gehört dann auch die so genannte Windstoßfrisur.

Kap der Guten Hoffnung, Landspitze im Südwesten Südafrikas, in der Provinz Western Cape nahe Kapstadt. Die Landspitze erhebt sich 256 Meter über den Meeresspiegel und markiert für Schiffe, welche die Gewässer befahren, den Übergang vom Südatlantik in den Indischen Ozean. Sie wird irrtümlich als südlichster Punkt des Kontinents betrachtet; tatsächlich ist das südöstlich davon gelegene Kap Agulhas der südlichste Punkt Afrikas. Der erste Europäer, der das Kap der Guten Hoffnung umrundete, war der portugiesische Seefahrer Bartolomeu Diaz – er fand damit 1488 den Seeweg nach Osten. Er nannte das Kap Cabo Tormentoso (Kap der Stürme). In Anbetracht der wirtschaftlichen Bedeutung der neuen Seeroute wurde es von Johann II. von Portugal in Cabo da Bõa Esperança (Kap der Guten Hoffnung) umbenannt. Danach wurde das Kap erst wieder 1497 von einem Europäer umrundet, als der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama die erste Seereise von Europa nach Indien unternahm.

Christian und Saverio entdecken an einem Strand Impalas und Strauße in freier Wildbahn. Hier am Meer könnte ich sitzen bleiben und philosophieren. Eine Kette Enten steigt auf und zieht vor uns vorüber. Bei Sonnenuntergang verlassen wir diese Gegend und fahren zurück nach Kapstadt. Doch haben wir uns vorgenommen noch einmal hierher zu fahren.

In der Burg Street gehen wir zum Spur - Steakhouse und dann ins Hotel in unseren Pub. Hier lassen wir den schönen Tag ausklingen.

Kapstadt – Aquarium der 2 Ozeane – Bloubergstrand
13. April 1999

Heute ist Stadttag. Saverio und ich gehen Geld wechseln; Ria kauft bei Woolworth Strümpfe en masse, weil die so gut sitzen.
 

Anschließend noch einmal zur Waterfront und dort in das TWO OCEANS AQUARIUM. 1995 fertiggestellt, informiert es vielseitig und interessant über das Leben in den beiden Ozeanen, die Südafrika umgeben. Es erinnert mich an das ähnliche Aquarium wie in New Orleans. Die Kinderecke ist nett und lehrreich gestaltet.

Im Haifischbecken wird gearbeitet. Die Raubfische gleiten über ein Glasdecke über uns. Herrlich die Haie gleiten zu sehen, weniger herrlich das mit pfeilspitzen Zähnen versehene Fischmaul.

In einem Terrarium ein weißer Alligator. An einer Tafel steht, dass Right Wale gesichtet worden seien.

Wir bummeln noch einmal durch die Waterfront Mall. Ich kaufe CDs mit afrikanischer Musik, fahren dann weiter über Milnerton an den Bloubergstrand der Table Bay. Am kilometerlangen Strand spazieren wir.

 

Auf dem Atlantic liegt Nebel. Der Tafelberg ist gut zu sehen und plötzlich durch den Nebel verschwunden oder schaut nur halb aus dem Soledunst heraus. Ein faszinierendes Schauspiel durch Sonne und Nebelschwaden. Wirklich jede Bucht ist anders. Bei eintretender Dämmerung fahren wir zurück zum Hotel. Abendessen, Postkarten schreiben und lesen und schlafen.

Die zweite Fahrt zum Kap und eine Überraschung
14. April 1999

Heute ist unsere zweite Fahrt zum Kap. Wir wollen die Affen suchen, die wir das letzte Mal nicht gesehen haben. Bei dem kleinen Fischerort Kal Bay haben wir einen herrlichen Blick auf Muizenberg und auf die "False Bay", die falsche Bucht. Manche Schiffführer meinten sie wären schon ums Kap herum, doch sie waren in der falschen Bucht. An der Küste entlang führt die M4 nun nach Fish Hoek. Beim Fahren entdeckt Ria plötzlich einen Walfisch. Saverio hält an und wir sehen dann auch den zweiten Wal. Die riesige Flossen schlagen mit gewaltigem Klatschen auf das Wasser. Bei drehen und tummeln sich vor unseren Augen, ca. 100 m entfernt. Wahrscheinlich paaren sich hier die Wale. Ich erinnere mich an den Hinweis im Aquarium. Vielleicht sind es die Southern Right Wales, wie sie dort bezeichnet wurden. Ein unglaubliches Erlebnis. Das ist eine Überraschung, denn Einheimische meinen, dass sie erst ab September zu sehen sind.

Wir fahren weiter nach Simon's Town. Hier essen wir wieder in unserem Seafood-Restaurant "Salty Sea Dog" Es ist heiß hier am Indischen Ozean. Wir brechen auf und kommen wieder zum Kap.

Saverio fährt zunächst einmal zur Seilbahnstation. Hier trinken wir Kaffe und erleben wie ein Affe blitzschnell auf einen Tisch springt und einem Mann sein Sandwich entreißt. Der ist total aufgeregt und beschwert sich beim Kiosk und will ein neues haben. Doch ohne Erfolg. Überall wird gesagt, man soll sich vor diesen Baboons (Affen) in acht nehmen. Als wir zum Auto gehen sehen wir einen Affen auf dem Dach eines Jeeps sitzen und Plastiktüten öffnen und nach Sachen durchsuchen.

Saverio kutschiert uns zu allen Buchten, die wir noch nicht gesehen haben. Endlich bei Bordjiesdrief sind unsere gesuchten Vorfahren. Sie springen aufs Auto. Leichte Panik, ob auch die Fenster geschlossen sind. Die Affen sind vergnügt und reagieren gelassen auf Saverios zurufen: Hallo, Affe!" Außerdem haben sie keinen Respekt. Sie klettern auf ein Denkmal Vasco da Gamas und setzen sich sogar auf ein Kreuz. Wir fahren auch an die Platboom Bay und Hoek van Bobeljaan. Überall einzigartige Ausblicke auf das Cap und den Strand und das Meer. Wunderbares Wetter, wunderschöne Erlebnisse, einfach ein tolles Fleckchen Erde.

Nachdem wir alle Winkel abgefahren sind und während die untergehende Sonne bereits den Atlantik rot färbt , fahren wir über Simon's Town zurück über den Red Hill nach Scarborough. Plötzlich sehen wir übergroße Wildtiere in Holz geschnitzt oder Stein gemeißelt. Sie werden in der Dunkelheit angeschienen. Wir halten an und schauen uns die einzigartige Ausstellung an. Im bekannten Camel – Rock –Restaurant essen wir sehr gut zu Abend. In der Dunkelheit noch einmal Stopp vor Kapstadt. Kapstadt im Lichtermeer. Einfach grandios! Am Himmel besonders klar die Sternbilder: z.B. Andromeda.

Greenmarket - Place
15. April 1999

Heute regnet es furchtbar. Die Stände auf dem Greenmarket – Place kämpfen gegen das Wasser. Doch die Menschen hier sind froh, dass es regnet. Das sei ganz wichtig jetzt, sagte mir der Türsteher am Hotel. Saverio bringt uns wieder wohlbehalten ins Hotel zurück. Er klärte mich auch auf, dass es meistens hier in Kapstadt nur drei Jahreszeiten gebe: Frühling – Sommer und Winter.

Wir bummeln noch einmal durch alle Malls und Geschäft in unserer Nähe und zum Schluss kaufe ich noch ein paar Giraffen aus Holz. Ein Mädchen gibt mir einen Sonderpreis.

Am Nachmittag fahren wir nochmals hinaus. Diesmal nach Constantia.

Hier liegt Südafrikas älteste Weinregion. Die Weingüter liegen zu dieser Zeit still am Wegesrand. Wir fahren vorbei und machen eine Rundfahrt durch den wohlhabenden Ort. In einem Markt kaufen wir noch einen Wein ein und essen vorzüglich in einer Pizzeria. Die Large Pizza ist wohl als Familienpizza gedacht.

Draußen taucht die untergehende Sonne den Himmel in ein Feuerrot.

Abschied von Kapstadt
16. April 1999

Gegen Mittag checken wir aus. Fahrt zum "Lughaven" über die Autobahn. Am Rande dieser Strecke sehen wir Schwarze en masse, manche beladen, manche sieht man zu ihren Wohnstätten laufen. Da wir uns verfahren, sehen wir, dass sie kilometerweit laufen müssen, um zu ihren Wellblechhütten zu gelangen. Wenn man dieses Laufprogramm täglich vor und nach der Schule oder der Arbeit bewältigen muss... Na, danke!

Wir suchen noch eine Tankstelle, das uns nach langem Suchen gelingt. Wir geben das Auto bei Avis ab. Abflug mit KLM mit einem Rundflug ums Kap. Der Pilot fliegt langsam und erklärt uns die Kaplandschaft. Kurz nach Kapstadt sehen wir auf der Erde riesige Kreisfelder, diese, so erklärt uns Christian, sind Berieselungssysteme. Dies hören wir auch von einem Mann, der hinter uns sitzt. Nach einem Zwischenstopp in Johannesburg nehmen wir Abschied von einer interessanten und wunderbaren Rundreise durch Südafrika. Wir fliegen noch lange über viele Länder Afrikas, die noch zu unsicher sind, in denen die demokratischen Freiheitsrechte des Menschen noch nicht für alle garantiert sind, um sie besuchen zu können. Sicher werden wir noch mal den Kontinent besuchen.
 

Walter Jansen
Walter Jansen

Walter Jansen befindet sich im Ruhestand und hat nun endlich die Zeit gefunden seinem grossen Hobby dem "Reisen" nachzugehen. Neben seiner Frau und seinen Kindern sind Filmkamera und Fotoapparat dabei seine treuesten Reisebegleiter. Aber auch seine Gitarre darf nicht fehlen. Mit ihr bringt Walter Jansen vielen Menschen Unterhaltung und Freude. Besonders unterwegs bringt das Gitarrenspiel Menschen zusammen und Freundschaften werden durch die Musik leicht angebahnt.

Sein meist besuchtes Land ist Nord Amerika. Aber auch Malaysia, Australien, Neuseeland und einige Laender Afrikas faszinierten und inspirierten Walter Jansen zu weiteren Reiseabenteuern. Die naechste groessere Reise ist bereits in der Planung. Eine Reihe asiatischer Laender wird dieses mal das Ziel sein. Ganz neue Eindruecke und Abenteuer werden Gelegenheit zu weiteren Berichten geben.

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Ein Zitat aus der Rede Nelson Mandelas zur Amtseinführung als erster schwarzer Präsident Südafrikas : "... Als ich das Gefängnis verließ, war es meine Aufgabe, beide, den Unterdrücker und den Unterdrückten, zu befreien. Manche sagen, das sei nun erreicht. Doch ich weiß, dies ist nicht so, Die Wahrheit ist, wir sind nicht frei, wir haben erst die Freiheit erreicht, frei zu sein, das Recht nicht unterdrückt zu werden. Wir haben nicht den letzten Schritt unserer Wanderung getan, sondern den ersten auf einem längeren, noch schwierigeren Weg. Denn um frei zu sein, genügt es nicht, nur einfach die Ketten abzuwerfen, sondern man muss so leben, dass man die Freiheit des anderen respektiert und fördert."

Amsterdam – Hannover – Braunschweig
17. April 1999

Am frühen Morgen gegen 5.30 landen wir nach einem ruhigen Flug in Amsterdam. Wir müssen noch 2 Stunden warten, bevor uns eine Turboprop der Eurowings nach Hannover bringt. Hier wartet bereits unser Taxifahrer auf uns. Er bringt uns sicher nach Hause zurück. Beim Aussteigen erzählt er, dass er auch Italiener sei:

Wir verabschieden uns von Christa und Saverio und freuen uns schon auf die Kartoffelsuppe von Oma.
 

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