Reisebericht: Plettenberg - St.Francis Bay - Knysna - Mossel Bay

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Reisebericht: Plettenberg - St.Francis Bay - Knysna - Mossel Bay

Reisebericht: Die Regenbogennation: Südafrika

Plettenberg - St.Francis Bay - Knysna - Mossel Bay - Cap Agulhas - Hermanus
 

 

 
Reisetyp: Individualreise
Reisebericht aus dem Jahr: 1999
Altersgruppe des Autors: 45-60 Jahre
 

 
Gardenroute bis Plettenberg
5.April 1999

Beim Auschecken wollte man von uns einen höheren Preis, 319,00 Rand statt 272,00 Rand abkassieren. Doch ich zeigte unser Fax und so wurde bezahlt, was vereinbart war. Auf der N2 verlassen wir P.E. und fahren nun Richtung Plettenberg Bay. Über Humansdorp kommen wir an die St. Francis Bay, die hier bewusst verschwiegen wird, denn so viel Reichtum in Prachthäusern mit eigener Bootszufahrt vom Meer her will geheim bleiben. Wirklich alles exklusiv. Wir parken auf einer Anhöhe und haben einen wunderbaren Blick über die Bucht. Wir steigen ab zum Hafen und essen in "The fishing net" den wohlschmeckenden KINGCLIP und trinken Appletizer. Bei dem heißen und sonnigen Wetter möchten wir am liebsten hier bleiben. Doch wir wollen weiter in Richtung Plettenberg. Dieser Ort ist so exklusiv, dass keine Hinweisschilder uns einen Weg zeigen herauszufinden. Wir verfahren uns und fragen nach dem Weg. Eine nette junge schwarze Frau sagt, wenn sie mich mitnehmen kann ich Ihnen den Weg zeigen. Sie ist Gastarbeiterin aus P.E., wohnt ein paar Kilometer entfernt in einem Ghetto und putzt hier in St. Francis Bay bei den Reichen. Wir lassen sie am Ghetto aussteigen und fahren etwas nachdenklich weiter: Unser Cheffahrer sucht eine Tankstelle. Endlich finden wir eine im Tsitsikama NP. Zeitweise denke ich, wir sind im Schwarzwald. Nach der Tankpause an einer Tankstelle wie im Wilden Westen, fahren zurück auf die N2 und überqueren auf der Paul-Sauer-Brücke den Storms River. Hier beginnt die Garden-Route.

Plötzlich ein Hinweis: BIG TREE. Hier wird ein riesiger Outeniqua Yellowood Baum bestaunt, ähnlich wie in Muir Woods bei San Francisco. Der Umfang seiner Krone liegt bei 33 m, der höchste Wipfel befindet sich in fast 57 m über dem Boden, und es braucht mindestens 8 Personen, um den mächtigen Stamm zu umfassen. Das Alter dieses Baumriesen wird auf 800 Jahre geschätzt. Die Zeit scheint stillzustehen zwischen moosbewachsenen Candlewoods und Kap-Eschen, Flechten und Farnen, Kletter- und Rankpflanzen. Wir gelangen nach Plettenberg und versuchen dort eine preiswerte Unterkunft zu finden. Ich frage einen Rentner. Er sagt mir, dass die Amerikaner und Europäer hier die Preise verdorben hätten. Preiswert und billig gibt es hier nicht. Na gut. Es fängt an zu nieseln. Wir fahren weiter und finden ein paar Kilometer weiter ein Motel: Stromboli´s – Inn. Die Preise sind happig. Wir sind froh, dass wir eine Unterkunft haben und bleiben hier. Die Atmosphäre ist nett. Wir haben einen kleinen Bungalow für uns.

Nach einem reichhaltigen Abendessen total im englischen Stil gehen wir schlafen.
 

Von "Stromboli" über Knysna nach Mossel Bay
6. April 1999

Nach dem guten ausführlichen Frühstück fotografieren wir erst einmal den wunderbaren Garten mit Bananenstauden und tropischen Blüten. Wir packen und starten Richtung Mossel Bay. Es geht weiter auf der waldumsäumten Nationalstraße.

Der Reiseführer: "Die üppige Landschaft zwischen Storms River und Mossel Bay erschien dank häufiger Niederschläge – meistens nachts) den ersten Siedlern der Region einst im Vergleich zum kargen Binnenland wie ein Garten Eden und trägt deshalb heute noch den Namen GARDEN-ROUTE. Nur 1 % der Staatsfläche ist bewaldet. Diese Tatsache sollte man sich während der Fahrt entlag der Garden-Route immer wieder vergegenwärtigen. Sie bereisen ein Gebiet, das für die hiesigen Verhältnisse außerordentlich niederschlagsreich ist und deshalb landschaftlich aus der Rolle fällt. In diesem ca. 16 km breiten Waldgürtel sind Stink- und Yellowwood-Bäume beheimatet.

 
Von unserem Motel bis nach Knysna (sprich: Neisna) ist es nur ein Katzensprung. Wir halten auf der lebhaften Einkaufsmeile und machen einen Einkaufsbummel. Viele nette kleine Geschäfte laden zum Kaufen ein: Kettchen für Julia, Tasche für Saverio. Dieser Ort ist bekannt für die Austernzucht in den dortigen Lagunen. Frauen Tragen Töpfe und Taschen stolz auf ihrem Kopf. Wir fahren weiter und gelangen in den wunderschönen Badeort Wilderness. Eine wildromantische Küste und kilometerlange Sandstrände. Zu dieser Zeit sind nur wir am Strand. Christian muss besonders lange auf sein Mittagessen warten. Christa probiert Austern. Es scheint wieder die Sonne. Über George gelangen wir nach Mossel Bay. Übrigens von George aus kann man einen Abstecher nach Oudtshoorn in die dortigen Straußenfarnen machen. Wir verzichten drauf und wollen lieber die Strauße in freier Wildbahn erleben.

Mossel Bay: 500 Jahre nachdem Barttolomeo Diaz das Kap umsegelte, lief in Portugal ein Nachbau seiner Caravelle vom Stapel und traf 1988 in seinem Zielhafen Mossel Bay ein. Ganzer Stolz des Maritime Museum, besichtigten wir den Segler. Im Muschel-Museum wird deutlich , dass der nette Ferienort seinen Namen zurecht Mossel Bay = Muschelbucht trägt. Saverio und Christa schreiben stapelweise Ansichtskarten, die wir dann zum nahen "Old Post Tree" bringen. Der dortige Briefkasten wird nur an bestimmten Zeiten geleert und die Post mit einem besonderen Stempel versehen.

Diaz, Bartolomeu, auch Bartolomeu Diaz (um 1450 bis 1500), portugiesischer Seefahrer, der als erster das Kap der Guten Hoffnung von Afrika umfuhr. 1481 war er Schiffskommandant einer Flottille, die König Johann II. von Portugal zur afrikanischen Goldküste entsandt hatte. Fünf Jahre später beauftragte der König Diaz mit einer Expedition zur Erforschung der Westküste Afrikas. Die Ergebnisse einer 1482 von Diogo Cam durchgeführten Reise, die südlich der Walfischbai geendet hatte, dienten dabei als Grundlage. Diaz brach im August 1487 von Lissabon auf; im Februar 1488 umschiffte er die Südspitze des afrikanischen Kontinents bis zur Mündung des Flusses, der später die Bezeichnung Great Fish River erhielt. Dadurch hatte Diaz den Seeweg von Europa zum Fernen Osten eröffnet, der die Grundlage für den späteren Reichtum der europäischen Seemächte bildete. Diaz begleitete Vasco da Gama von 1497 bis 1498 auf dessen erster Reise nach Indien, für welche die Umsegelung des Kaps der Guten Hoffnung unerlässlich war und vollendete damit ein Vorhaben Heinrichs des Seefahrers aus dem frühen 15. Jahrhundert.

Auf der Rückfahrt unterbrach Diaz am Tafelland an der Südostspitze Afrikas seine Fahrt und gab dem Gebiet den Namen Cabo Tormentoso oder Kap der Stürme. König Johann bezeichnete es später als Cabo da Bõa Esperança oder Kap der Guten Hoffnung. Insgesamt erforschte Diaz etwa 2 030 Kilometer vorher unbekannter afrikanischer Küste. Im Dezember 1488 kehrte er nach Lissabon zurück. 1500 nahm er an einer weiteren Expedition teil, die von dem portugiesischen Seefahrer Pedro Álvares Cabral geleitet wurde. Dabei kam er in einem Sturm auf offener See vor dem Kap der Guten Hoffnung ums Leben.

Wir übernachten im neuen Diving –Dolphin – Hotel für 219 Rand. Zum Abendessen nehmen wir wieder Rumpsteaks oder Filets. Im Fernsehen wird ein "War-Festival" mit zahlreichen Kriegsfilmen angekündigt. Ich gehe noch mit Saverio ein Bier trinken, dann bouna notte!
 

Von Mossel Bay bis Hermanus
7. April 1999

Es nieselt. Unser Hotel entspricht den amerikanischen Motels. Wir verlassen diesen schönen Ort und fahren über Riversdale und Heidelberg bis Swellendam. Hier in Swellendam besuchen wir das Drostdy Museum, das aus verschiedenen Gebäuden besteht, die öffentliche, städtische und ländliche Wohnungen einschließen. Man kann die verschiedenen Gebäude besichtigen, die zwischen 1747 und 1813 von der Holländisch – Ostindischen Kompanie erbaut wurden und als Amtssitz des Drostes von Swellendam dienten.

Fast das gesamte Mobiliar und die Ausstattung aus dieser Zeit sind erhalten und in einem gepflegten Zustand. Sogar die Kutschen können im Fahrstall besichtigt werden, was bei uns allerdings etwas schwierig wird, weil ein Schafsbock schon aufgeregt mit seinen Vorderbeinen stampft. Alles sieht aus wie eine holländische Siedlung.

 
Wir schaffen es und da Mittagszeit ist, gehen wir in eine Pizzeria. Das war ein Fehler, denn wir wurden nicht versorgt, da zunächst einmal 15 Pizzen für einen Außer - Haus – Auftrag zubereitet werden mußten. Wir danken für die Gastfreundschaft und ziehen ins nächste SPUR - Steakhouse.

Hier folgende Hinweise auf Restrooms (WC).: Victoria Station – Earl Court oder Johns and Jiles. Es regnet. Saverio fährt uns zum nächsten Ziel über Bredasdorp zum Cap Agulhas, dem südlichsten Punkt Afrikas. Es geht vorbei an Schafsfarmen mit vielen jungen Lämmern, an Rinder- bzw. Kuhweisen. Für die Kühe große Sammelplätze, die mit Sägemehl bestreut waren, vielleicht Melk- und Futterstellen.

Auch einige Strauße sind zu sehen, die in einer Farm gehalten werden. Übrigens ein Strauß kann bis zu 2,60 m Länge und ein Gewicht von 140 kg erreichen.

Ich beschließe bei nächster Gelegenheit ein Straußensteak zu essen.

Apropos Strauß: Strauße stecken ihre Köpfe nicht in den Sand. Wittert die Straußendame Gefahr, legt sie sich flach auf ihr Nest und drückt den langen Hals auf den Boden, damit er mit einem abgestorbenen Ast verwechselt werden kann.

Sind die Jungen erst einmal aus den Eiern geschlüpft, verschwindet die Mutter auf Nimmerwiedersehen. In Erziehungsdingen lässt sich Vater Strauß nämlich nicht hineinreden. Um die zumeist große Kinderschar vor natürlichen Feinden zu schützen, bilden Straußenväter regelrechte Kindergärten mit 2 oder 3 erwachsenen Tieren als Aufpasser. Strauße werden ca. 40 Jahre alt und ernähren sich in erster Linie von Pflanzen, Früchten und Samen, fressen aber auch kleine Tiere.

Wir fahren durch diese endlos scheinende Region und kommen zum Cap Agulhas, dem südlichsten Punkt der RSA. Das Meer ist grün und gichtig. Der Wind ziemlich rau. Der rote Leuchtturm steht wie ein Fels in der Brandung. Christa entdeckt eine rote Blume, die wir nun alle fotografieren. Es ist einsam hier, obwohl hier und dort Ferienwohnungen zu mieten sind. Saverio fährt weiter, und so kommen wir an eine Abzweigung, die auch nach Hermanus unserem Tagesziel führen soll. Ab jetzt wird diese Fahrt zum wahren Abenteuer. Es sind unbefestigte Straßen und dunkle Ortschaften. Es wird immer dunkler. Kein Hinweis, kein Haus, kein Mensch usw. Saverio verlässt einmal gezwungenermaßen das Auto und kommt schnell zurück, da er im dunklen einen Schwarzen gesehen hat. Heia Safari!

Endlich nach unendlicher Zeit erreichen wir eine befestigte Straße. Wir fragen bei einer Tankstelle nach einer Unterkunftsmöglichkeit. Doch da wir nicht tanken, hilft man uns nicht. Wir fahren weiter und kommen nach Stanford. Wir fragen in einem Gästehaus. Eine unfreundliche Alte öffnet und schließt gleich wieder die Tür. Aus unserem weißen VW – Bus ist ein rotschlammiges Vehikel geworden. Wir fragen in einem Protea Hotel. Dort war zwar kein Platz; doch der freundliche Inhaber telefoniert zunächst zu einem teuren Hotel 800 Rand/Nacht. Da wir ablehnen, telefoniert er noch einmal und empfiehlt uns eine wesentlich preiswertere Übernachtungsmöglichkeit: Windsor Lodge Hotel in Hermanus. Wir finden hin; das Hotel liegt direkt am Meer. Wir lassen uns die Zimmer zeigen und buchen DM 375 pro Nacht inklusive Frühstück. It looks very British. Nette Empfangsdame.
 

Walter Jansen
Walter Jansen

Walter Jansen befindet sich im Ruhestand und hat nun endlich die Zeit gefunden seinem grossen Hobby dem "Reisen" nachzugehen. Neben seiner Frau und seinen Kindern sind Filmkamera und Fotoapparat dabei seine treuesten Reisebegleiter. Aber auch seine Gitarre darf nicht fehlen. Mit ihr bringt Walter Jansen vielen Menschen Unterhaltung und Freude. Besonders unterwegs bringt das Gitarrenspiel Menschen zusammen und Freundschaften werden durch die Musik leicht angebahnt.

Sein meist besuchtes Land ist Nord Amerika. Aber auch Malaysia, Australien, Neuseeland und einige Laender Afrikas faszinierten und inspirierten Walter Jansen zu weiteren Reiseabenteuern. Die naechste groessere Reise ist bereits in der Planung. Eine Reihe asiatischer Laender wird dieses mal das Ziel sein. Ganz neue Eindruecke und Abenteuer werden Gelegenheit zu weiteren Berichten geben.

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Christian schläft sea facing mit Meeresrauschen. Wir Erwachsenen haben noch einen netten Diskussionsabend und gehen dann beruhigt schlafen.

Hermanus - heute ist das Mittagessen ausgefallen.

Am Nachmittag fährt Saverio uns in die nahen Weinberge. Wir besuchen ein Weingut und stellen fest, dass sie hier gepfefferte Preise verlangen. In den Geschäften ist der Wein wesentlich billiger. Wir fahren zu den verschiedenen Strandorten , wo wir auch Olivenbäume und viele Proteapflanzen vorfinden.

Abendessen in einer Pizzeria: Galic Lovers this way. C the C.

"But I have to tell you it's very hot!".

Nächste Etappe: Kapstadt
 

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