Reisebericht: Boston - Glens Falls - Lake Placid

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Reisebericht: Boston - Glens Falls - Lake Placid

Reisebericht: Indian Summer

Boston, Glens Falls, Lake Placid
 

 

 
Reisetyp: Individualreise
Reisebericht aus dem Jahr: 1996
Altersgruppe des Autors: 45-60 Jahre
 

 
Über Sherbrooke - St. Malo - Canaan - ins gelobte Land
Mittwoch, dem 2. Oktober

Wir kommen in Canaan an die Grenze zur USA. Genauer Beecher Falls, Vermont. Ein verträumter Grenzübergang. Ein Zollbeamter sitzt in seinem Grenzhäuschen und begrüßt uns nett. Er gibt die Pässe an den Imigration-Officer weiter. Dieser hat Zeit und freut sich, dass einmal Abwechslung kommt. Deutsche. Eine Menge Fragen und Formulare. Wieder dieses grüne Formular des U.S: Department of Justice, das so irrwitzige Fragen beantwortet haben will.

Beantworten Sie die Fragen mit JA und NEIN!

Leiden Sie an einer ansteckenden Krankheit? Oder sind Sie körperlich oder geistig behindert? Betreiben Sie Mißbrauch mit Drogen oder sind Sie drogenabhängig?

Steht hinter Ihrer Einreise die Absicht, sich an strafbaren oder unmoralischen Handlungen zu beteiligen?

Waren oder sind Sie in Spionage - oder terroristischen Aktivitäten verwickelt? Waren Sie am Völkermord oder in der Zeit zwischen 1933 und 1945 in irgendeiner Weise an den Verfolgungen des nationalsozialistischen Regimes Deutschlands oder seiner Verbündeten beteiligt?

Der Officer wirkt aprilfrisch mit dashweißem Hemd und einem Patronengürtel um die Hüften wie John Wayne. An der Wand ein Plakat : BODY ARMOR - Where´s Your´s ? Kugelsichere Weste - wo ist deine? Auf jeden Fall dieser Officer hat genaue Kenntnisse über die derzeitige kriminelle Szene in Berlin und Frankfurt. Ich erzähle ihm wie unvergesslich für mich als Schulkind die CARE-Pakete gewesen sind, die uns jeden Tag eine Schulspeisung sicherten. Das freut ihn. Nebenbei erzählt er, dass er sich nun von hier nach 20 Jahren anstrengenden Dienstes nach Miami versetzen lässt, um dort als "streetworker" gegen die dortigen Kriminellen vorzugehen. Er bemüht den Zentralcomputer, uns eine Quittung über 18 US$ auszudrucken für eine Art Zwangsspende, die seit dem 1.10. 96 erhoben wird. Wir verabschieden uns und betreten Vermont, einer der Neuengland-Staaten. Hier im Staate Vermont lebte Carl Zuckmayer mit seiner Frau während der Hitlerzeit von 1939 - 1946. Über diese Zeit in den GREEN MOUNTAINS haben beide geschrieben. Er in seinen Erinnerungen s. rechte Spalte. Sie in dem Buch "Die Farm in den grünen Bergen". Beide im Fischer-Verlag herausgegeben.
 

Indian Summer
Indian Summer

 

Indian Summer
Indian Summer

 
Es geht weiter über Colebrook - Errol auf der Route 16, einer herrlichen Panoramastraße über Milan - Berlin - Gorham. Man spürt förmlich die Heimatliebe der Auswanderer, denn hier gibt es viele europäische Städtenamen als Ortsbezeichnungen. Viele auch doppelt. Wir sind mittlerweile im Staate New Hampshire. Wir treffen an einem der schönen Seen ein älteres Ehepaar. Ria fotografiert die beiden. Er pensionierter Reverend, sie eine retired teacher (pensionierte Lehrerin). Er erzählt, dass er Vorfahren hat aus der Nähe von Philipsburg in der Pfalz. Beim Abschied zu Ria: "Immer wenn wir das Foto anschauen, werden wir uns an Sie erinnern." Es geht weiter durch den riesigen White Mountain National Forest. Dieser höchste Gebirgszug Neuenglands ist über 3000 qkm groß mit riesigen Wäldern, langen Schluchten, 2000 km Wanderwegen und fast unberührter Landschaft. Warnschilder wie "Vorsicht Elche" oder "Vorsicht Bären" sind zu sehen. Christian und Ria sehen einen Elch mitten in einem Flußlauf stehen. Der Mount Washington mit 1917 m der höchste Berg Neuenglands. Auf diesem Berg wurde 1934 eine Windgeschwindigkeit von 390 km/h gemessen. Dieser Weltrekord blieb bis heute unerreicht. Der Weg hinauf heißt "Road to the sky". In der Nähe liegt Bretton Woods. Wir gelangen in den Staat Maine. An unserer Route liegt eine sehr schöne Seenlandschaft: Sebago - Lake - District. Die heutige Motelsuche beginnt. Preise von 118 - 138 US$, Das ist uns zu teuer, obwohl verständlich wegen der herrlichen Erholungslandschaft. Wir beschließen wegen des starken Verkehrs nur noch rechts anzufahren, weil dann die Einfädelung in den Verkehr besser ist. Hinter Naples finden wir ein Motel in Raymond, Maine an der Route 302 West Richtung Portland. "White Pines Motel welcomes you to each of the four seasons in the heart of Maine´s picturesque countryside" für 59 $ plus tax. Hier übernachten wir. Nette Geschäftsführerin. Es bewölkt sich leicht.

Von Raymond bis Portland: Pumpkins lassen grüßen
Donnerstag, dem 3. Oktober 1996

Die Nacht war sehr laut. Diese Route 302 ist wohl stark befahren. Dazu Regenschauer auf Regenschauer. Der Atlantik ist nahe. Ria schickt Christian zum Auto Kaffee holen. Zaghaft kommt er zurück mit 2 Beuteln und sagt kleinlaut, er habe den Autoschlüssel im Kofferraum liegen lassen und dieser lasse sich nun nicht mehr öffnen. Hilfe? Woher?. Wir gehen zur netten Managerin. Sie ruft bei AVIS CANADA an. Von dort keine Hilfe möglich, da wir in den USA sind.

Es kommt der "locksmih", also ein staatlich anerkannter Autoknacker. Er kontrolliert unsere Autopapiere und öffnet durch ein Seitenfenster die Wagentür. Gut, dass wir das Handschuhfach nicht abgeschlossen haben.

Im Handschuhfach ist der Hebel zum Öffnen des Kofferraumes. Auf der 302 West halten wir an einem WAL - MART. Dort kaufe ich 2 Hemden und einen Hut. Nach einem preiswerten Mittagessen gelangen wir bei herrlichem Sonnenwetter nach Portland. Wir sind am Atlantik. Starker Wind weht von der See her. Ein Spaziergang durch diese Hafenstadt, der größten Stadt Maines (ca. 64.000 Einwohner), schließt sich an. Am Hafen staunen wir, denn hier steht ein großes Stück original Berliner Mauer mit Tafeln auf denen an die undemokratische Spaltung Deutschlands bis zum Mauerfall hingewiesen wird. Ach ein Auszug der bekannten Rede Präsident Kennedys in Berlin ist zu lesen.. Ein deutsches Memorial!
 

Wir fahren auf der 1 South in Richtung Orchard - Beach. Hübsche Dörfer und gepflegte Sandstrände bestimmen das Bild diese Küstenstreifens. Wir machen eine Pause und gehen an einen herrlichen Sandstrand. Christian sammelt Muscheln. Mir wird durch den starken Wind meine rote Schlägermütze vom Kopf geweht. Eine Welle spülte sie an Land zurück. Der Blick geht gegen Osten. Dort irgendwo ist Europa.

Wir fahren durch Kennbunkport. Hier hat der ehemalige Präsident Bush sein Feriendomizil. Überall an den Straßen Pumkins (Kürbisse) in allen Größen gestapelt. Hinweise auf Halloween und Thanksgiving-Day finden wir zur Zeit in allen Warenhäusern. In Kittery finden wir ein Super - 8-Motel für 69,00 US$.

Abends fahren wir zu AMERICA´S MAINE STREET FOR OUTLET SHOPPING (Fabrikverkauf). 120 Outlets. 20-75% OFF. Open from 10am - 8pm. Ein riesiger Einkaufspark. Ich denke, so etwas kommt bei uns in Deutschland auch noch.

 
Boston
Freitag, dem 4. Oktober 1996

Frau Zuckmayer schreibt in dem zitierten Buch:... es ist die Nacht vom 31. 10. auf den 1.11., in der die Hexen unterwegs sind. Das Wort Halloween soll eine Zusammensetzung von "the holy ones" und "even" sein und den "Abend der Heiligen" bedeuten, obwohl es ganz unheilig in dieser Nacht zugeht. Vermummte Gestalten brummen und kreischen vor den Häusern, Hexen aus Wachs prangen in den Fenstern, Totenkopflaternen, z. B. aus ausgehöhlten Kürbissen werden durch die Straßen getragen, und am Allerheiligenmorgen finden die Farmer ihre Schlitten auf dem Dach, die Egge auf den Schornsteinen, die Stalltüren offen...usw."

NB: Die Kinder ziehen von Haus zu Haus und fordern "trick or treat", das heißt wenn du uns nichts gibst, spielen wir dir einen Streich. Sie bekommen Süßigkeiten und andere Gaben. Am letzten Sonntag des Monats November, wird Thanksgiving" gefeiert, zur Erinnerung an das erste Erntedankfest, das von den Pilgervätern im Jahre 1623 nach einem harten und schrecklichen Winter in ihrer neuen Kolonie zelebriert wurde, wobei wilde Truthähne verzehrt wurden. Auf diese Weise stiegen die Truthähne zu dem Rang einer rituellen Festspeise auf, wie etwa Weihnachtsgänse oder Weihnachtskarpfen und Lamm oder Zicklein zu Ostern. Von Kittery am Morgen in Richtung Boston auf der 1 South. Diese Route läuft (mit der South1a als Byway) an der Atlantikküste entlang und ist "bespickt" mit Motels - Hotels- Motorinns und Guesthouses. Viele haben bereits geschlossen. Auf der Fahrt ist viel Verkehr. Die Sonne läßt die Laubbäume besonders farbenprächtig erscheinen. Ein WALMART zieht uns wieder an. Anschließend werden noch Lebensmittel gekauft. Wir fahren durch Portsmouth, dem einzigen Atlantikhafen New Hampshires. Die Skyline von Boston wird sichtbar. Ria fährt in das Zentrum von Boston. Dort gleich in ein Parkhaus. 1/2 Stunde für 3,50 US$! Ria wendet geschickt und fährt wieder raus. Dann geht die Suche nach einem Motel, B&B los. Kein Glück. "We are fully booked.!” Im Motel Days Inn in der Soldiers Field Road finden wir endlich ein Bett.. 129 US$ plus tax! Es ist ein typisches Touristenhotel. Wahrscheinlich ein alter Fabrikbau. Ria fuhr phantastisch. Sie beherrscht sich im dicksten Verkehr. Schilder sind Mangelware! Als wir anfangs durch die Vororte fahren, sehen wir doch viele armselige Behausungen, verlassen, verkommen, bewohnt und unbewohnt. In die Stadt kann man mit dem Bus - jede Stunde -. Wir sind alle kaputt. Wir bleiben im Motel und machen noch einen Spaziergang. Wir planen die Rückreise nach Toronto. Am Dienstagabend wollen wir dort eintreffen. "Für Städte wie Boston sollte man vorbuchen," stellt Ria fest. Sie hat recht.

Hier ist nun dank der frühen Bettruhe noch Platz für ein wenig Geschichte. Die Unabhängigkeit der USA begann in Boston. Ende des 18. Jahrhunderts war Boston die bedeutendste Stadt Amerikas. Nun geschah es aber, dass die Bostoner Siedler sich mit der britischen Regierung nicht vertrugen. Die Kolonisten mussten Einfuhrzölle und Steuern zahlen. Doch im Parlament waren sie nicht vertreten. Das ärgerte sie. "Taxation without representation is tyranny!" Am 5. März 1770 wurden 6 Kolonisten bei einem Gerangel mit Soldaten getötet. Dieses "Massacre of Boston" führte zum Aufstand der Siedler unter John Hancock. Am 16. Dezember 1773 enterten Siedler als Indianer verkleidet drei Schiffe und warfen 342 Kisten Tee, der aus England kam, ins Meer, um gegen Handelsbeschränkungen, u.a. die Teesteuer, zu protestieren. Das war die BOSTON TEA PARTY. Daraufhin sperrten englische Kriegsschiffe im folgenden Jahr den Bostoner Hafen. Jede amerikanische Familie musste einen englischen Soldaten aufnehmen. Doch das gesamte Hinterland half den Einwohnern von Boston. Zum ersten Mal trat eine Solidarität aller amerikanischen counties zutage. John Hancock ging in den Untergrund. Am 17. März 1776 waren die Engländer aus Boston vertrieben. Und am 4. Juli 1776 erklärten die Kolonien ihre Unabgängigkeit, allerdings nicht in Boston sondern in Philadelphia.

Boston
Samstag, dem 5. Oktober 1996

Wir überlegen, ob wir noch einen Tag verlängern sollen, das erübrigt sich, denn "we are fully booked", tönt es uns entgegen. Gegen 9.30 Uhr bei sonnigem Wetter zu Bushaltestelle: T- Line 86. Dort treffen wir ein nettes amerikanisches Ehepaar mit Sohn. Sie wollen auch in die Stadt fahren. Der Amerikaner erzählt, wie schwierig für ihn die deutsche Sprache sei und führt folgendes Beispiel an: A farmer threw the horse over the fence some hay (Deutsch). - A farmer threw some hay over the fence to the horse. (Englisch). - Sie erklären uns den Schedule und schenken ihn uns. Wir fahren bis PARK Street über Harvard SQR. Dort steigen wir in die U - Bahn. Diese ist sehr sauber. Von der Park-Street gehen wir zunächst zum Hafen der Tea Party. Dort liegt noch ein Nachbau der Teeschiffe, die "Brig Beaver II" Von dort zurück ins Bankenviertel. An den Parkuhren darf man hier an den Wochenenden kostenlos parken. Wir treffen wir auf den "Freedom Trail". Ein roter Strich auf dem Pflaster ( in Hildesheim die Rose) führt durch die Innenstadt und an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbei., die mit der historisch bedeuternsten Epoche der Stadt zu tun haben : der Unabhängigkeitsbewegung. In einem Papiergeschäft darf ich filmen. Typisch englisch. Plötzlich erklingt an einer Straßenkreuzung Musik. Ich filme einen Umzug, in dem chinesische Drachen usw. mitgeführt wurden. Danach gelangen wir auf den Granary Buring Ground, auf dem zahlreiche berühmte Amerikaner begraben sind, u.a. die Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung John Hancock, Robert Treat Paine und Samuel Adams. Die Opfer des Boston Massacre liegen hier auch begraben. Ich filme hier während Ria aus der Geschichte vorliest. Am State House mit goldener Kuppel, gehen wir durch einen Park In Amerika finden Anfang November Präsidentenwahl und Kongreßwahlen statt. Ein Hund mit 2 jungen Mädchen im Wahlkampf-T-shirt spazieren dort auf und ab. Wir fahren zurück nach Cambridge, eine eigene Stadt, direkt neben Boston. Hier ist die berühmte Harvard University Bemerkenswert ist, daß den Puritanern der Fortbestand der Priesterschaft, der geistigen Elite der Theokratie, so wichtig war, dass sie bereits 1636 - sechs Jahre nach der Gründung Bostons -" nach der Förderung des Lernen" verlangten und vor den Toren der Stadt HARVARD gründeten. Benannt nach John Harvard, der der Schule seine ganze Bibliothek hinterließ. Abtrünnige Harvard-Studenten eröffneten 1701 in Connecticut die zweite berühmte Universität: YALE.
 

Wir besuchen den Campus der Harvard Universität. Harvard besteht aus mehr als 300 Gebäuden aus rotem Backstein. Es wirkt wie ein gemütliches Dorf mit Wiesen, Kirchen und Plätzen. Fast alle Studenten leben auf dem Campus.

Nach Boston wollen wir noch einmal reisen, vielleicht mit einem Besuch in New York.

Wir fahren zurück nach Days Inn. Zuerst mit der Train (=U-Bahn). Weiter mit dem Bus. Wir steigen ins Auto und fahren die Route 2 West an Concord, dem "Weimar" Amerikas vorbei Richtung Fitchburg.

Wir gelangen in das Royal Plaza Hotel von Best Western, einem am Wald gelegenen Luxushotel. Wir haben eine Suite für uns. Dieser Luxus baut uns total auf. Der Preis ist hoch US$ 156,00. Das wird natürlich alles gefilmt. Christian holt Eis zum Kühlen. HBO (vgl. mit Premiere) sendet einen interessanten Film. Anschließend ist Nachtruhe.

 
Glens Falls: Bunte Wälder, unberührte Bäche, herrliche Seen
Sonntag, dem 6. Oktober 1996

Abfahrt gegen 10.00 Uhr von unserem Luxushotel, das übrigens so gebaut ist, dass man vom 5. Stock wie in einem Atrium runter auf den Empfang schauen kann. Der HWY 2 West führt durch wunderschöne Wälder mit kleinen, aber feinen Haltepunkten, wo wir aussteigen und an unberührte Bäche und Schluchten gelangen. Christian genießt dies besonders. Er kraxelt über Stock und Stein. In Troy fahren wir am Hudson River auf die 4 bzw. 32 North bis Glens Falls. Ich frage im erst besten Motel nach Unterkunft. Es ist frei. Wir schauen uns die Bude vorher nicht an. Auf jeden Fall sind wir vom Luxus in die Traufe abgestiegen. Fine for 48,00 US$. Naja, die Mischkalkulation stimmt wieder. Nun sind wir im Staate.

New York. Vom Motel fahren wir durch Ferienorte bis zum Lake George. Auf der Strecke "Hairpin Turns". Starker Gegenverkehr. An den Straße überall Gespenster, Vogelscheuchen, Strohpuppen oder ein Schild "Have a nice day!"

Dann Straßenverkäufe. Was man verkaufen will, stellt man vor die Tür, auf den Rasen oder an die Einfahrt, stellt ein Schild daneben "FOR SALE" Dann wieder aufgestapelte Kürbisse. Richtig gedacht: Halloween!

Es ist Sonntag. In den Supermärkten, die zum Teil 24 Stunden geöffnet haben auch viele blasse Verkäuferrinnen. Man kennt die Arbeitszeitregelungen nicht. Wir trinken Kaffee am Lake George und da es recht kühl ist fahren wir bald zurück. Massenweise Motels, die noch geöffnet haben. Zur Hauptsaison kann man hier nicht hinfahren! Es ist kalt.

Über Lake Placid nach Watertown
Montag, dem 7. Oktober 1996

Start in Glens Falls. Das Motel müsste mal von der Gesundheitsbehörde überprüft werden. Die Nacht in Jeans geschlafen. Mittags 26 Grad C.

Unser nächster Halt ist am Loon Lake. Das Sonnenwetter taucht natürlich alles in die buntesten Farben dieser Jahreszeit. Hier machen wir Pause. Genießen diesen Annblick und sind Gott dankbar, dass wir dies alles in unserem Leben sehen können.

Wir fahren durch eine herrliche Landschaft. Auf der Route 9 bis Lake Placid. Hier in den Adirondack Mountains finden wir eine hübsche Gebirgslandschaft, dichte Wälder, 1000 Seen und über 320 km Wanderwege. Lake Placid ist der beliebteste Wintersportort des amerikanischen Ostens. schon 1932 fanden hier die Olympischen Winterspiele statt und 1980 wieder. Es erinnert alles ein wenig an Davos und Klosters. Wir machen nur einen kurzen Stopp und kaufen ein paar Ansichtskarten.

Weiter am Scageron - Lake vorbei über HWY 73 - 86 - und 3 West in Richtung Watertown. Unterwegs wird auf einem Waldrastplatz noch einmal richtig Kaffee getrunken Dann geht es ab nach Watertown. Hier finden wir ein schönes Motel: Comfort- Inn - Motel für 54 US$. Da kein No Smoking Room mehr frei war, durften wir nach oben in ein Studio, normalerweise fine for 75 US$. Anschließend in einen Mall. Das sind miteinander verbundene Warenhäuser und Fachgeschäfte, Imbißecken, Restaurants usw, die für jeden Geldbeutel und Geschmack was bieten.

Neuengland

Neuengland, so denke ich manchmal, ist mein ummauertes Haus und mein Garten. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich die Räume aufteilen würde, doch ganz bestimmt wäre Massachusetts meine Bibliothek, Maine mein Schlafzimmer, das sich zum Meer hin öffnet, Boston mein Bulfinch - Speisezimmer, Connecticut und Rhode Island wären meine Gästezimmer, New Hampshire meine Veranda und Vermont mein weitläufiger Garten.

Indian Summer

"Wir erlebten den ersten Herbst in Vermont, der die grünen Berge in ein flammendes Feuermeer verwandelt... Wenn es nachts schon friert und die Sonne durch Frühnebel bricht, dann schreien Zuckerahorn und Roteiche in einer wahnsinnigen, verzückten Leuchtkraft", so beschrieb Carl Zuckmayer den "Indian Summer".
 

Walter Jansen
Walter Jansen

Walter Jansen befindet sich im Ruhestand und hat nun endlich die Zeit gefunden seinem grossen Hobby dem "Reisen" nachzugehen. Neben seiner Frau und seinen Kindern sind Filmkamera und Fotoapparat dabei seine treuesten Reisebegleiter. Aber auch seine Gitarre darf nicht fehlen. Mit ihr bringt Walter Jansen vielen Menschen Unterhaltung und Freude. Besonders unterwegs bringt das Gitarrenspiel Menschen zusammen und Freundschaften werden durch die Musik leicht angebahnt.

Sein meist besuchtes Land ist Nord Amerika. Aber auch Malaysia, Australien, Neuseeland und einige Laender Afrikas faszinierten und inspirierten Walter Jansen zu weiteren Reiseabenteuern. Die naechste groessere Reise ist bereits in der Planung. Eine Reihe asiatischer Laender wird dieses mal das Ziel sein. Ganz neue Eindruecke und Abenteuer werden Gelegenheit zu weiteren Berichten geben.

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Die Indianer fanden eine andere Erklärung für das herbstliche Phänomen. Sie glaubten, daß der Himmliche Jäger um diese Zeit den Großen Bären erlege und dessen Blut die Wälder tränke.

Nach soviel Poesie wirkt die naturwissenschaftliche Erklärung der foliage - so nennt man das herbstliche Farbspiel - recht ernüchternd. Da ist die Rede von zerfallendem Chlorophyll und von Zucker, der sich in Anthocyan verwandelt, das den Blättern eine tiefrote bis bläuliche Färbung verleiht, je nachdem, ob die übrigen Substanzen im Blatt sauer oder alkalisch sind. Die Chemie erklärt jedoch nicht, warum die Farbpalette in Neuengland so viel prächtiger ist als in Europa.

Dies liegt wiederum an der Eiszeit. In Amerika blieben Bäume erhalten, die bei uns damals ausstarben. So gibt es hier besondere Ahorn - und Eichenarten, deren Blätter - mit der Hilfe von Anthocyan - genau jenes Rot hervorbringen, das man nur mit dem Blut des Großen Bären assoziieren kann.

Und bei dieser schönen Erklärung sollte man es belassen, wenn man Ende September und Anfang Oktober durch die Wälder von Vermont und New Hampshire fährt. (ADAC)

Nächste Etappe: Toronto
 

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