Reisebericht: Jacksonville, Cape Canaveral, Miami

World Travel Reports (Logo) Reisebericht: Jacksonville, Cape Canaveral, Miami (Header)

Sie befinden sich hier: > World Travel Reports > Reiseberichte Amerika > USA > Jacksonville, Miami

Reisebericht: Jacksonville, Cape Canaveral, Miami

Reisebericht: Chicago und Florida Reise

Chicago, Jacksonville, Cape Canaveral, Miami,
Everglades, Key West, Cape Coral, St.Petersburg,
Orlando
 

 

 
Reisetyp: Individualreise
Reisebericht aus dem Jahr: 1999
Altersgruppe des Autors: 45-60 Jahre
 

 
Florida :Jacksonville – St. Augustine
23. Oktober 1999

5.00 Uhr Aufstehen. Mit Sack und Pack zur nächsten CTA-Station und mit Blueline zum Flughafen. Wir checken frühzeitig ein und können als Miles and More Passagiere mit der Business Class boarden. Angenehm. Wir fliegen über den Südosten. Über den Shannondoah und Mississippi – Okefenokee-Swamp. Eine tolle Fernsicht vom Flugzeug aus. Der Zielflughafen liegt weit draußen. Am baggage claim stellen wir fest, dass Rias Reisetasche fehlt. Ria reklamiert während Christian und ich das restliche Gepäck bewachen. "Der Koffer wird nachgeliefert, erklärt eine nette Frau Ria. Wir verlassen uns darauf und gehen zu Avis. Hier erhalten wir ein Luxusauto, einen Chevrolet Impala. Hier ist es sehr warm und so fahren wir sofort über den Interstate 95 South durch Jacksonville weiter nach St. Augustine.

Jacksonville (Florida), Hafenstadt in Florida (USA). Jacksonville ist die am dichtesten besiedelte Stadt in Florida und sowohl für das nördliche Florida als auch das südliche Georgia das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum. Wirtschaftliche Bedeutung haben neben der Holzverarbeitung chemische und Nahrungsmittel verarbeitende Industrie sowie Tourismus.

Die ersten weißen Siedler im Gebiet des modernen Jacksonville waren französische Hugenotten, die sich 1564 hier niederließen. Das von ihnen am Steilufer des St. Johns River errichtete Fort Caroline wurde 1565 von Truppen aus der spanischen Siedlung Saint Augustine zerstört. Die Engländer eroberten die Region im späten 18. Jahrhundert. Jacksonville ist nach Andrew Jackson benannt. 1968 wurden Jacksonville und der größte Teil des Duval County zusammengelegt. Die Fläche beträgt etwa 2 003 Quadratkilometer, die Einwohnerzahl etwa 675000

Zur Zeit findet hier das Jacksonville Jazz Festival statt, eines der größten der Welt.

Wir biegen ab auf die 1 South und gelangen nach St. Augustine: Saint Augustine ist nachweislich die älteste Stadt der USA. Ponce de Leon, der hagere spanische Konquistador, soll bereits 1513 hier in der Nähe Florida betreten und das Land nach dem bevorstehenden Osterfest " Pasqua Florida" getauft haben. Die Stadt selbst wurde 1565 von den Spanier gegründet, lange bevor die Pilgerväter mit der Mayflower an der Ostküste landeten. Der Stadtkern sieht so aus wie vor 400 Jahren. "St. Augustine ist ein geschichtsträchtiger und geschichtenträchtiger Ort (Tall Tales)". Hier steht der älteste Gemischtwarenladen und das älteste Schulhaus der USA.
 

Ria fährt vorsichtig durch die überlastete OLD TOWN vorbei an Fassaden viktorianischer Häuser. Überall Pferdekutschen. Wir müssen schon niesen als wir sie sehen.

Wir biegen ab und überqueren den Malanzas River über die Bridge of Lions, schauen rüber zum alten Castillo de Marcos und gelangen auf Anastasia Island zu unserem Motel DAYS INN, das direkt an der BEACH liegt.

Vor kurzem hat hier ein Hurrikan schwere Schäden an Gebäuden und Bepflanzungen verursacht. Unser Motel scheint verschont geblieben zu sein.

Wir gehen noch in eine Mall und kaufen Multivitamintabletten, 300 Stück für 8.00 USD. Anschließend sind wir kaputt und gehen früh zu Bett.

 
Cape Canaveral und Vero Beach
24. Oktober 1999

In der Nacht blinkt das Telefon. Die Reisetasche wurde gebracht. Nach dem Frühstück fahren wir auf die 1 South bzw. I 95 an Daytona Beach vorbei zum Kennedy–Space–Center.

Auf der Fahrt dorthin grüßt Daytona Beach mit einem Riesenschild: Where the cars were the stars! Hier darf man heute noch viel Lärm und Gestank am 37 km langen Strand mit seinem heißen Ofen entlang donnern.

Hinter Titusville fahren wir links ab zum Raumfahrtgelände. Tolle Anfahrtsstrecke, riesige Parkplätze, diverse Raketen grüßen und noch toller die Eintrittspreise mit Rundfahrt und Imax 26 USD pro Person. Nun haben wir auch schon vieles über die Raumfahrt in einschlägigen Museen in Washington bzw. Chicago gesehen. Wir empfinden das hier alles als Nepp und versuchen selbst nach Cape Canaveral zu gelangen. Doch die Abschussrampen auf Merritt Island grüßen uns nur von Ferne zu, da am Flughafen uns der Eintritt versperrt ist. Technik und Natur scheinen auf jeden Fall hier eine friedliche Koexistenz zu führen. Das gesamte Gelände ist 500 qkm groß, wobei nur 7% von der NASA genutzt wird. Hier im Merritt Island National Wildlife Refuge sollen über 300 Vogelarten und Alligatoren leben – die Tiere haben sich wohl an den Fluglärm gewöhnt.

Zurück zum I 95 South nach Melbourne. Hier ersteht Christian die 1. Jeans dieser Reise. Etappenziel ist heute VERO BEACH. Hier übernachten wir im Howard Johnson für 48 USD.

Palm Beach – West Palm Beach bis Bota Racon
25. Oktober 1999

Es ist sehr warm. Wir verlassen Vero Beach und fahren weiter auf der 1 South bzw. A1A am Atlantik vorbei. Riesige Sandstrände und Farmland hinter Fort Pierce und ein K-MART! Hier wird erst wieder einmal Pause gemacht. Ria und ich kaufen uns 2 Bordrucksäcke auf Rollen. Christian schenkt mir eine Uhr zum Geburtstag. Anschließend hinter Stuart wirkt diese Strecke ziemlich eintönig. Abwechslung durch einige Marts und Outlets. Schließlich beginnt PALM BEACH COUNTY.

Im Ferienprospekt Floridas steht: Palm Beach County erstreckt sich 80 km entlang der Atlantikküste und zählt zu den ersten Feriengebieten im "Sunshine State". Wir sind in Palm Beach. Hier eine herrliche Beschreibung aus dem ADAC – Reiseführer:

"Die Hündchen tragen diamantenbesetzte Halsbänder, alte Ladies, so klein und geschrumpelt, dass sie kaum übers Armaturenbrett schauen, gleiten in dicken Rolls Royces über den Ocean Boulevard jede Villa mit Privatstrand kostet zweistellige Millionensummen (USD) – das ist Palm Beach".

Diese Häuser hinter kunstvoll geschnittenen Hecken und durch schwarze Dienerschaft gepflegte Parks können wir beim Vorüberfahren bestaunen. Wir fahren über die Worth Avenue. Sie soll eine der teuersten Einkaufsmeilen Floridas sein und gelangen nach Boca Raton, im Süden des County, bekannt durch ein Tennisturnier und als gelegentlicher Wohnsitz von Steffi Graf. Hier finden wir in einer gepflegten Umgebung im Ocean Lodge Motel eine Übernachtung.

Bevor wir uns zur Ruhe begeben noch ein sehr schöner Spaziergang an den Strand, klein aber fein,der zur abendlichen Zeit ohne Zutrittsgebühren betreten werden darf. Anschließend essen, lesen, schlafen.

Fort Lauderdale - Miami - Everglades – Florida City
26. Oktober 1999

Heute ist es heiß. Gut, dass wir eine Klimaanlage im Auto haben. Wir bleiben auf unserem Highway und erreichen Fort Lauderdale, eine Stadt, deren Fläche zu einem Zehntel aus Wasser besteht. Floridaführer:" Fort Lauderdale – das Venedig von Amerika – verfügt über 490 km befahrbare Wasserwege, denn die Wohnhäuser und Gärten sind zu den Kanälen offen gestaltet. Bei so viel Wasserwegen liegt es eigentlich auf der Hand, dass Fort Lauderdale auch ein Yachtzentrum ist – 40 000 Yachten sind hier registriert". Es ist sieht überall gepflegt aus. Doch aufgrund der vor kurzem stattgefunden Unwetter stehen die Grachten randvoll. Unsere Straße ist an einer Stelle bereits bedrohlich überflutet. Doch Ria fährt durch die Wassermengen, die mit einem Karacho nach den Seiten entweichen.

Wir verlassen diese ca. 150 000 Einwohner zählende Stadt Richtung Süden und kommen nach Miami Beach und Miami. Langgestreckt an den weißen Stränden der Biscayne Bay liegt Miami.

"Wintermüde Amerikaner und Europäer, Castro-müde Kubaner und nimmermüde Verbrechensbekämpfer haben Miami zu dem gemacht, was es heute ist: Hochhausburg vor Palmenstrand, schicke Urlaubsmetropole mit karibischen Flair und nicht zu verwüstendem Miami- Vice – Image"

Wir durchqueren Miami und. Die vielen pastellfarben angemalten Hotels erinnern uns an mallorcinische Strandburgen. Hier und da grüßt ein ART –DECO – Gebäude. Hinter Miami wird es schmuddelig und es reihen sich Einkaufszentrum an Einkaufszentrum. Das alles lässt ahnen, was hier in der Hauptsaison wohl los sein wird. Starker Autoverkehr begleitet uns bis Florida City. Von hier aus fahren wir noch in den Everglades National Park.

Everglades (Nationalpark), Nationalpark im Süden Floridas, der seit 1947 mit einer Gesamtfläche von 6 000 Quadratkilometern besteht. Dieser Park hat in den Vereinigten Staaten den wohl größten Bestand von Fauna und Flora. Er liegt an der Südspitze der Everglades. Das zum Park gehörende Gebiet erstreckt sich von der Stadt Everglades City bis nach Fiesta Key auf den Florida-Keys-Inseln. Es schließt Kap Sable, den südlichsten Punkt auf dem nordamerikanischen Festland, mit ein. In den Sumpfgebieten des Everglades Nationalparks gibt es sowohl Süß- als auch Salzwasser. Der Park ist für seine Pflanzen- und Tiervielfalt bekannt. In den Wäldern wachsen mindestens sechs verschiedene Palmenarten sowie Mangroven, Zypressen, Kiefern und Gräser. Aufgrund des Wasserreichtums dieses Gebiets kommen dort zahlreiche ans Wasser gebundene Vogelarten vor, wie z. B. Silberreiher, Graureiher, Eisvögel, Pelikane, Ibisse, verschiedene Entenarten und der Rosalöffler. In den Wäldern des Parks leben Schwarzbären, Pumas, Rotwild und Otter, in den Sümpfen und Gewässern Alligatoren, Krokodile, Schildkröten und Schlangen.

Der Everglades Nationalpark verfügt über viele ausgeschilderte Wanderwege, die an den Ufern zum Teil über Holzstege führen. Der längste Kanuwanderweg im Park, der Wilderness Waterway, misst 160 Kilometer und geht von Everglades City bis Flamingo.

Die Gründung des Parks wurde 1934 vom Kongress genehmigt, jedoch führten wirtschaftliche Schwierigkeiten dazu, dass das Projekt 13 Jahre hinausgeschoben wurde. Im Jahr 1970 wurde der Bau eines internationalen Flughafens in der Nähe des Parks nach langen Auseinandersetzungen abgebrochen, da die Einflüsse auf das Schutzgebiet zu groß wären.

Trotz beginnender Dämmerung spüren wir doch das einzigartige Flair dieses Nationalparkes. Einige Reiherarten sind zu sehen. Verschiedene Gräserarten färben sich durch die untergehende Sonne in zarte Rosatöne. Herrlich der farbige Sonnenuntergang. Diese Eindrücke begleiten uns in unser gepflegtes Rodeway Inn – Motel zurück. Uns beschäftigen noch die riesigen Hotelburgen an dieser Westküste und welch ein Trubel wohl zur Hauptsaison herrschen mag. Essen, lesen und dann ausruhen, denn Ria schlägt vor morgen doch noch nach Key West zu fahren.

Key West
27.Oktober 1999

Florida Keys, Kette aus größeren und kleineren Inseln und Riffen im Süden Floridas, zwischen der Floridastraße und der Bucht von Florida, die sich über 360 Kilometer südwestlich und westlich von Virginia Key, südlich von Miami Beach, bis Dry Tortugas erstreckt. Hier liegt das kubanische Festland nur 145 Kilometer entfernt. 32 der 45 Inseln sind durch Brücken und den Overseas-Highway verbunden. Die Keys bestehen hauptsächlich aus Kalkstein- und Korallenformationen. Key West, Key Largo, Sugarloaf Key und Boca Chica Key sind die größten Inseln. Die Keys, die sich in die Verwaltungsbezirke Dade County und Monroe County gliedern, wurden 1935 von einem Hurrikan verwüstet. Einige Inseln sind beliebte Ferienorte. Fischfang und Tourismus sind die wichtigsten Wirtschaftszweige.

Key West, südlichste Stadt der USA, liegt im US-Bundesstaat Florida in den Florida Keys. Key West ist durch den Overseas Highway mit dem Festland verbunden. Haupterwerbszweige sind Fremdenverkehr, Fischfang und die Einrichtungen der Marine und Küstenwache der USA. Sehenswürdigkeiten in Key West sind eine Künstlerkolonie sowie die Wohnhäuser von John J. Audubon und Ernest Hemingway. Die spanischen Eroberer nannten die Stadt Cayo Hueso. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 26 000

In der Frühe brechen wir auf nach Key West. Der HWY 1 von Florida City führt durch vier Counties zu unserem Ziel: Nr. 1 ist Key Largo. Sie ist weltweit unter Tauchern als Taucherparadies bekannt. Nr. 2 ist Islamorada: Paradies der Sportfischer. Hier gibt es die mehr Charterboote als sonstwo auf den Keys. Nr. 3 und Zentrum der Keys ist Marathon. Die atemberaubende Schönheit der Natur offenbart sich dem Besucher bei der Fahrt über die Seven – Miles – Bridge, die in Marathon beginnt und sich bis zu den nahezu unerforschten Lower Keys auf der anderen Seite über 546 Brückenpfeiler erstreckt. Das vierte County, die Lower Keys, sind die dem Tourismus am wenigsten erschlossenen Inseln der Inselkette, aber mit Key West, die wohl am meisten besuchten.

Mangroveninseln mit ihren Palmenstränden, atollartigen Riffen und dem glasklaren, türkisfarbenen Wasser sind eine Augenweide". Diesem Bericht ist nichts hinzuzufügen, außer, dass der letzte Hurrican schwere Schäden verursachte und überall noch Aufräumarbeiten im Gange sind.

Endstation der Fahrt ist Key West. Key West, auch die "Conch Republic" d.h. Muschelrepublik, genannt, ist im wahrsten Sinne des Wortes das Ende des Kontinents.
 

"Leider hat sich Hemingsways einsames Fischerdorf, zum fast zu Tode geliebten Szenentreff gewandelt". Sloppy Joe´s die Stammbar des Dichters in der Duval Str. ist auch heute noch gut besucht. Wir bummeln die Whitehead Street entlang. An dieser Straße liegt das Haus und heutige Museum Hemingway. The Little White House von Präsident Truman kann auch besichtigt werden. Die rund 30.000 Einwohner von Key West, der nur etwa 5 km und nicht einmal 2 km breiten Insel setzen sich aus mehr Rassen, Kulturen und Lebensstilen zusammen als manch eine Großstadt.

Tennessee Williams und Truman Capote lebten oft ebenfalls hier in Key West. Nachdem wir am Hafen kurze Rast gemacht haben, ruft Ria noch bei Oma und Opa an und dann fahren wir zurück, denn wir wollen auch diese Nacht in unserem Rodeway Inn übernachten. Unterwegs halten wir noch an einem Muschelladen voller Exotik usw. Gekauft haben wir allerdings nichts. Eine unvergessliche Reise liegt hinter uns.

 
Everglades North – Naples – Cape Coral
28. Oktober 1999

Von Homstead aus fahren wir auf dem HWY 997 und biegen anschließend auf den HWY 41 West Richtung Naples ab. Auf der US 41 bietet sich oft die Gelegenheit mit einem Propellerboot die Evergladessümpfe zu durchfahren. Im Visitor Center ist nicht viel zu sehen. So fahren wir weiter und halten bei einem Indianer, der die deutsche Flagge zeigt. Wir treten ein und ein junger Mann begrüßt uns. Er sagt wir sollen uns nur umschauen. Das tun wir auch. Kurz darauf tritt wohl der Eigentümer ein Indianer in unserem Alter ein und verwickelt uns in ein interessantes Gespräch. Die Flagge, die gehisst ist, ist allerdings weiß, schwarz, rot und gold. Dies ist die Flagge des hiesigen Indianerstammes. Einige Äußerungen stimmen nachdenklich: Gott ist The Breathmaker; die Erde als Geschenk betrachten, auf der man nur vorübergehend lebt; sie kennen keine Schimpfwörter; Terminologie der Amerikaner: entweder haben sie eine Schlacht gewonnen, wenn verloren, haben die Indianer ein Massaker angerichtet.

Unser Indianer gehört zu dem Stamm der Seminolen. Der heutige Stammeshäuptling der 2.500 Seminolen ist James E. Billie, ein sehr geschäftstüchtiger Mann, der die armen Seminolen zu Reichtum führte.

Die Seminolen — ein Volk, das niemals aufgab

Lake Okeechobee, Apalachicola River, Tallahasse. — nur Namen erinnern noch an die indianische Vergangenheit Floridas. Die wenigen Nachfahren der einstigen Landesherren leben heute weit verstreut, teils in Reservaten — und immer noch ohne Friedensvertrag.

Vor etwa 500 Jahren bevölkerten noch rund 10000 Indianer das Gebiet des heutigen Florida. Die Stämme bildeten drei große Sprachfamilien, die Calusa im Südwesten und auf den Keys, die Muskogee und Tequesta im Südosten und die Timucua im Norden und Nordosten. Sie lebten friedlich, ernährten sich von Fischfang und Jagd und betrieben Ackerbau. Bis die spanischen Eroberer und mit ihnen die Franziskaner-mönche kamen. Die Indianer erkannten bald den Heimvorteil, den ihre Kenntnis der Sumpfgebiete bot, und richteten ihren Lebensraum dort ein: Aus dem Volk der Muskogee entwickelten sich die Seminolen, die"Rückzügler", die sich als zähe Widersacher und tapfere Kämpfer erwiesen. Beim ersten Seminolen-Krieg 1818 konnten sie die Angriffe der US-Army und Navy noch abwehren, mußten sich aber weiter in die Sümpfe zurückziehen.

Guerillakrieg gegen die Deportation

Anlaß für den zweiten SeminolenKrieg war die Politik von Präsident Andrew Jackson. Der hatte 1830 den"Indian Removal Act" unterzeichnet, nach dem alle an der Ostküste lebenden Indianer in ein Territorium westlich des Mississippi evakuiert werden sollten. Diese Deportation nach Oklahoma, die als"Trail of Tears"",Pfad er Tränen", in die indianische Geschichte einging, kostete Tausende das Leben und bedeutete das Ende der großen Nationen der Ostküste. Die Seminolen widersetzten sich und begannen 35 einen Guerillakrieg gegen ~ US-Armee. Sumpf und Fieber, giftige Pflanzen und Schlangen, Insekten und Krokodile waren ihre Verbündeten, doch die weißen Soldaten waren stärker. Sie schnitten die Nahrungsmittelzufuhr ab, drangen tief in die Sümpfe ein und brachten schließlich 1842 rund 3000 Seminolen auf den"Pfad der Tränen". Die wenigen, die sich in den Everglades versteckt hatten, lehnten sich 1855 noch einmal auf, und landeten ebenfalls in Oklahoma. Nach diesen drei Vernichtungsschlägen war das Volk der Seminolen auf ein paar hundert geschrumpft; ihre Nachfahren leben noch heute in den Everglades - unbesiegt und ohne je einen Friedensvertrag mit den USA geschlossen zu haben.

Die Gegenwart —ein trauriges Kapitel

Im bunten Freizeitlehen Floridas spielen die Seminolen keine Rolle mehr. Sie leben abgeschirmt in Reservaten— der Big Cypress Seminole Indian Reservation im Süden des Lake Okeechobee, an seinem Westufer in der Brighton Reservation, in der Nähe von Fort Lauderdale bei Dania und im Everglades-Gebiet - und wollen meist nicht allzuviel mit den Weißen zu tun haben. Dort, wo sie sich zur Schau stellen, wie im Miccosukee Cultural Center im Everglades National Park lTamiami Trail, Hwy. 41), wirkt es eher peinlich: Als Souvenirhändler bieten sie bunte Kleidchen und anderen Indianer-Kitsch an oder führen Schaukämpfe mit vollgefressenen, schlappen Alligatoren auf. Im Gultural Center gibt es auch ein nachgebautes "Indian Village", doch die wenigen traditionellen Grasdachhütten (Cheekees) zeigen nur ansatzweise, wie die Ureinwohner Floridas lebten. Weitaus interessanter ist es, sich von Seminolen-Ururenkeln im Boot durch die Everglades führen zu lassen, die sie wie ihre Westentasche kennen.

Die Seminolen erlebten in den letzten 40 Jahren einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung, der einen Anstieg des Jahreshaushaltes von 12.000 USD im Jahre 1957 auf über 100 Millionen USD zur Folge hatte. Da der Stamm eigenen Hoheitsrecht in den Reservaten hat, betreibt er in verschiedenen Reservaten Spielkasinos, Hotels, Zitrusplantagen und Tabakunternehmen, Tourismus, sowie eine Flugzeugproduktion und beschäftigt heute mehr als 2000 "nicht-indianische" Angestellte.

Wir hätten noch lange reden können. Doch Christian war im Auto geblieben und so verabschiedeten wir uns und gelangen nach kurzer Fahrt nach Naples.

RELAX

IT ONLY LOOKS LIKE HEAVEN

So steht es in einem Prospekt über Naples.

Über 53 ! Golfplätze gibt es hier um Naples herum.

Der ADAC bezeichnet die Stadt mit 20.000 Einwohnern als nobles Rentnerparadies. So empfinden wir das auch. Gepflegte Häuser bzw. Straßen und überall GOLF. Verkehrschild mit Vorsicht Golfball steht an einer Straßenseite. Wir durchqueren den Ort und den herrlichen HWY 41 bis Fort Myers.

Von der einfachen Schönheit der Everglades zu den Muschelmekkas von Sanibel und Captiva Island bietet der Südwesten eine abwechslungsreiche und traumhafte Küste.

Thomas Edison, berühmtester Wintergast von Fort Myers sagte 1914:"Es gibt nur ein Fort Myers, aber 90 Millionen Menschen werden dies persönlich herausfinden wollen". Er hatte recht. Fort Myers war in den 70er Jahren die am schnellsten wachsende städtische Region der USA. Trotzdem ist das Leben dort Immer noch bestimmt von den ruhigen Palmenstränen, erholsamen Bootsfahrten und dem Tiefseefischen. Neben dem Besuch in Edisons ehemaligem Labor lohnen Ausflüge zu den der Stadt vorgelagerten Inseln. Es beginnt mit einer kleinen gepunkteten Muschel und ehe man sich versieht hat man Berge von gestreiften, gesprenkelten und glatten Muscheln gesammelt und möchte sie alle mit nach Hause nehmen. In Florida ist Muschelsuchen eine Sucht. Schon vor Sonnenaufgang erforschen erfahrene Muschelsucher die Strände auf der Suche nach seltenen Schätzen. Der"Sanibel stoop", die gebückte Haltung beim Muschelsuchen, ist ein fester Begriff geworden. 400 Muschelarten werden z.B. in Sanibel und Captiva Island an den Strand gespült und machen diese Inseln zu einer Rarität. Zur Qualität der zusammen 30 km langen, durch eine Brücke verbundenen Inseln gehört, dass 40 Prozent der Landschaft unter Naturschutz stehen. Kein Gebäude darf die Baumwipfel überragen und die meisten Besucher bewegen sich auf einem Netzt gut ausgebauter Radwege.

Nachdem wir unseren "Toll" bezahlt haben passieren wir die Brücke zur herrlichen Insel Sanibel – Captiva.. Wir fahren an den bekannten Muschelstrand. Am Parkplatz auch Hinweise in deutscher Sprache. Hier scheinen einige Deutsche Dauergäste zu sein. Herrlicher Sandstrand und schöne Muscheln. (s.o.) Diese Gegend am Golf von Mexiko ist ein Geheimtipp für Ruhezeiten. Wir fahren zurück auf die US 41und verlassen sie wieder, um auf Cape Coral im Rainbow Motel zu übernachten. Auf der Fahrt zum Hotel erleben wir einen herrlichen Sonnenuntergang.

St. Petersburg – Dali – Lakeland
29. Oktober 1999

Bei herrlichem Wetter geht es los in Richtung St. Petersburg / Tampa. Die letzte Hälfte der Strecke führt unser Highway an der herrlichen Westküste mit gepflegten Hotels oder Apartmenthäusern vorüber. Wir erreichen Sarasota, das heute mit einer Fülle von Galerien (Rubenssammlung) und Theatern das Kulturzentrum Floridas sein soll.

Hier in der Stadt findet man etwas, was man in Florida nicht erwartet würde: Salvadore DALI. Ein reiches Ehepaar, Freunde und Mäzene des spanischen Surrealisten, schenkten der Stadt ihre Sammlung von 1300 Grafiken, über 100 Aquarellen und 90 Ölgemälden.

Wir gehen zunächst ohne Führer durch die Ausstellung. Wir verstehen einige Bilder nur vom Ansehen nicht. Bei einigen fallen uns Besonderheiten auf. Die Verstrickung verschiedener Persönlichkeiten in einer Gesamtpersondarstellung z.B.

Einige Aha-Erlebnisse haben wir, nachdem uns eine sehr gute Führerin einiges erklärt zu der Entstehungsweise bzw. zu den Entstehungsbedingungen. Dalis Lebensweg, seine Ehe mit der geschäftstüchtigen Gala. All das ist sehr interessant.

Einige Kunstwerke sagen uns nach genauerem Hinsehen besonders zu, z. B. Entdeckung der Neuen Welt.

Auf dem Parkplatz ein Hinweis: After Dali to DELI (Cafe).Nach soviel Kunst fahren wir auf den Interstate 4 bis Lakeland. Dort besuchen wir noch eine Mall und beginnen zu packen.

Orlando – Washington – Frankfurt – Hannover
30.Oktober 1999

Auf dem I 4 fahren wir bis Orlando. Hier besuchen wir, da wir noch früh sind, zuerst einmal einen PIZZA HUT. All you can eat for 6.50 USD. So schlagen wir zu. Ich besonders, denn ich gönne mir Zimtpizza, Pfui Deibel. Da einige Amerikaner sich besonders viel aufladen, machte ich es ihnen nach. Nie wieder!

Anruf nach Übersee und dann noch ein Mallbesuch und anschließend zu AVIS. Alles ging schnell und so können wir früh einchecken.

Orlandos Airport ist Von Mickey Mouse und anderen Fabelwesen des Walt Disney:

Orlando (ADAC)

Bevor Walt Disney hier vor 25 Jahren seine"Welt" schuf, war Orlando ein Nest, dessen Name nur unter Zitrusfrüchtehändlern einen Klang hatte. Heute hat es 160 000 Einwohner, die nicht mehr von sauren Zitronen, sondern vom süßen Vergnügen leben, das sie Besuchern aus aller Welt bereiten. Bekanntestes Ziel ist nach wie vor Disney World, darüber hinaus locken aber noch rund 50 weitere Attraktionen und Freizeitparks in der näheren Umgebung Orlandos. Ein Mekka für Filmfreaks sind die Universal Studios im Südwesten der Stadt (SB 435). Hier stürzen sich während einer Wildwestshow mutige Stunt-Profis von Hausdächern, dort schaut einem King Kong leibhaftig in die Augen oder rast man mit irrem Tempo"Zurück in die Zukunft". Zur Abkühlung wartet nebenan Wet n‘ Wild, ein Wasserpark mit Riesenrutschen und anderen nassen Attraktionen). Delphinshows und dressierte Seelöwen bietet Sea World.
 

Walter Jansen
Walter Jansen

Walter Jansen befindet sich im Ruhestand und hat nun endlich die Zeit gefunden seinem grossen Hobby dem "Reisen" nachzugehen. Neben seiner Frau und seinen Kindern sind Filmkamera und Fotoapparat dabei seine treuesten Reisebegleiter. Aber auch seine Gitarre darf nicht fehlen. Mit ihr bringt Walter Jansen vielen Menschen Unterhaltung und Freude. Besonders unterwegs bringt das Gitarrenspiel Menschen zusammen und Freundschaften werden durch die Musik leicht angebahnt.

Sein meist besuchtes Land ist Nord Amerika. Aber auch Malaysia, Australien, Neuseeland und einige Laender Afrikas faszinierten und inspirierten Walter Jansen zu weiteren Reiseabenteuern. Die naechste groessere Reise ist bereits in der Planung. Eine Reihe asiatischer Laender wird dieses mal das Ziel sein. Ganz neue Eindruecke und Abenteuer werden Gelegenheit zu weiteren Berichten geben.

www.reisekladde.de/

Kontakt via: kontakt@reisekladde.de

© Copyright für Artikel und Bilder liegen beim Autor

 

 

Direkt im Flughafengebäude ist ein HYATT – Hotel integriert. Wenn Oma oder Opa mit den Enkeln einfliegen, ist das praktisch. Boarding mit Business Class. Dann Flug nach Washington. Uns betreut eine nette Stewardess. Diese treffen wir als wir auf den Weiterflug nach Frankfurt warten. Sie fliegt nach Atlanta, nach Hause. Boarding mit Business Class. Toll, so ist man vor den anderen Passagieren am Platz.

Nette Crew bis Frankfurt. Ich nehme 1 Melatonin um den timelag leichter zu überwinden.

Beim Verlassen des Flugzeugs in Frankfurt merke ich, dass ich meine Geldbörse habe liegen lassen. Weiterflug nach Hannover, Auto, und ab nach Braunschweig.

Oma empfängt uns wieder mit ihrer einzigartigen Kartoffelsuppe und allem Drum und Dran.

Zu Hause auf dem Anrufbeantworter schon 3 Anrufe von United Airlines, dass ich meine Geldbörse habe liegen lassen. Nette Art.
 

Faszinierende oder nachdenklich stimmende Reise-Erlebnisse, Ratschläge oder heisse Geheimtipps,...
Teilen Sie Ihre Reise-Erfahrungen mit anderen Reisenden.

Wir veröffentlichen interessante Reiseberichte aus aller Welt.
Klicken Sie hier und schicken Sie jetzt Ihren Reisebericht.
 

Reiseberichte aus den Vereinigten Staaten von Amerika:
Drei im Wilden Westen   Indian Summer   Die Wiege Amerikas   Der alte Süden   Golden Eagle Passport
Chicago und Florida Reise   Der Nordwesten   Washington-Atlanta Reise   Von der Golden Gate bis Hawaii

World Travel Reports (Logo)
www.WorldTravelReports.com
Autoren & Artikel
Afrika   Amerika   Asien   Australien   Europa   Ozeanien   Weltreise
 
Sitemap   Rechtliches & Impressum   © 2006 - Alle Rechte vorbehalten   Webkatalog / Links   Add URL

Reisebericht: Jacksonville, Cape Canaveral, Miami