Reisebericht: New Orleans - Tallahassee

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Reisebericht: New Orleans - Tallahassee

Reisebericht: Der alte Süden

New Orleans, Tallahassee
 

 

 
Reisetyp: Individualreise
Reisebericht aus dem Jahr: 1998
Altersgruppe des Autors: 45-60 Jahre
 

 
New Orleans
Mittwoch, 8. April 1998

Christian und ich essen im angegliederten Restaurant. Buy one, get one free, so die Devise. Wir essen all you can eat und zahlen 9 U$. "Mama kannst Du Dich in 5 Minuten fertig machen, dann fährt der Shuttle.?" Ria beeilt sich und dann geht’s los. Ich weiß nicht ob mit Anorak oder ohne. Widerwillig lege ich ihn dann ins Auto. Doch es ist 30 Grad warm.

Im Bus machen wir Bekanntschaft von drei amerikanischen Ehepaaren aus Idaho. Nachdem wir mit dem Shuttle bis zur Ferry- an zwei Friedhöfen vorbei- gefahren sind, geht es mit der kostenlosen Fähre von Port d` Álgier ins Downtown New Orleans.

Dort sehen wir an einer Werft die NATCHEZ und die CREOLE QUEEN liegen. Bei der Sonne ein toller Anblick. Die Luftfeuchtigkeit beträgt bei der hohen Temperatur ca. 90%. Rias Haare kruseln wie Sauerkraut.

Riverwalk Jackson Square – St. Louis Cathedral – St. Anne-Street – Chatres-Street – Bourbon Street.. Die Straßennamen ein Gemisch aus Englisch und Französisch. Kleinkünstler und Musikanten überall unterwegs. Wir schlendern durchs FRENCH QUARTER. Die Atmosphäre ist toll. Sehenswert. Einige Restauranthinterhöfe sind schön. Bei manchen Etablissements möchten wir aber nichts verzehren. Auf der BOURBONSTREET sind viele Nachtbars. Immer wieder interessante Antiquitätenläden. Die ausgestellten Möbelstücke gefallen uns. Vielleicht auch Beutekunst der Amerikaner.

Nach dem ersten Eindruck fahren wir wieder ins unsere klimatisierte Unterkunft, um uns zu entspannen. Christian geht im hoteleigenen Schwimmbad schwimmen. Abends wieder ins Zentrum. Wir essen "fish of the day". 55$; teuer, aber gut! Unser Shuttle-Fahrer erzählt uns, daß die Arbeitslosigkeit auf 4,5% gefallen sei, daher ist auch die Kriminalität hier gesunken. Viele Polizisten sind als "undercover" unterwegs. Uniformierte sind ebenfalls überall, das beruhigt. Christian und Ria kaufen Bücher. Ria schenkt mir eine Schürze zum Namenstag. Christian kauft Schlüsselanhänger für Opa. Wieder zu Hause am späten Abend ist unser Zimmer gekühlt wie ein Kühlschrank.
 

New Orleans Jazz

 
New Orleans, Louisianas größte Stadt war schon immer eine Besonderheit. 1718 zeichnete der Frankokanadier Jean Bapiste Le Moyne mit dem Schwert den Standort einer neuen Siedlung in den Sand, die später nach dem Herzog von Orleans benannt wurde.

Es fanden sich fast keine Kolonisten, da sie in diesem Gebiet am Mississippi ständig mit Überflutungen, Mückenplagen und Tropenkrankheiten zu kämpfen hatten. Um dem Desinteresse abzuhelfen ließ der franz. Sonnenkönig Freudenmädchen aus den Pariser Besserungsanstalten dorthin transportieren. Doch Frauen für Kolonisten löste das Problem auch nicht; im Gegenteil so kam die Prostitution nach Lousiana. Sexangebote wurden aber das Markenzeichen New Orleans.

Nachdem der Stadtrat Sidney Story in New Orleans einen Sperrbezirk einrichtete – zu seiner Schande Storyville genannt, über 200 Bordelle und Etablissements.- sei hier der Jazz entstanden.Die Trompeter King Oliver, Freddie Keppard und Buddy Bolden, sowie Louis Amrstrong seien genannt. 1917 wurde Storyville geschlossen. Das Marineministerium hatte Angst um seine Matrosen. Jetzt entstanden komplette Bands. Jelly Roll Morton, King Oliver und Louis Armstrong, Sidney Bechet brachten nun den Jazz, den Dixieland, nach Chikago.

French Quarter ist fraglos das atmosphärische Herzstück von New Orleans. Häuser im Südstaaten-look, Dixielandlokale, Kneipenscene mit Cajunspezialitäten und kreolischen Küchendüften, Blumenfrauen, Straßenkünstler, Wahrsagerinnen, usw.

New Orleans
Donnerstag, 9. April 1998

Um 9 Uhr stehen wir auf. Um 10.00 Uhr beginnt unser Trip. Wir gehen wieder ins French Quarter zum Jackson Square. Hier trifft La Paloma Christian auf Fotroapparat und Handgelenk. Scheiße! Aber Sagrotan tötet die schlimmsten Bazillen. Herrliches Wetter; warm aber nicht schwül. Überall im Frenchquarter sind Jazzgruppen. Eine witziger als die andere. Instrumente aus Blechkanister Besenstiel und Saite. Waschbrett und Trommel vor dem Bauch. Vor der Kathedrale spielt eine bunt zusammengewürfelte Jazzkapelle. Die fasziniert uns, und wir hören eine Weile zu und kaufen eine Blues-CD. Ein Bluessänger mit Baßgitarre, 2 Saxophonisten, eine halbelektrische Gitarre 1 Mundharmonika.

"The Blues is allright- allright, allright!" im Wechselgesang. Einfach toll!

Ria meint: Musik vereint! Angenehm die lockere Art auf den Dollareimer zeigend und dabei jammernd spielen.

Wir sammeln wieder bei MCDonald Monopolypunkte und gehen zum Aquarium of the Americas.

Hier sind unterschiedliche Biotope wie ein Amazonas Regenwald, ein karibisches Korallenriff, der Mississippi und der Golf von Mexiko im Kleinen nachgebildet und mit der typischen Flora und Fauna ausgestattet. Ein Fisch und ein Chamäleon sind zum Anfassen. Ein weißes Krokodil, das ich zuerst für eine Attrappe angesehen habe, bewegt sich plötzlich Im Gulf of Mexico sind auch Haie und andere größere Raubfische zu sehen. Wir erleben das Füttern der Pinguine und anderer Süßwasserfische, die mit lebenden Tieren gespeist wurden.

Ein Erlebnis für sich: Ein Taucher putzt die Glasscheibe des riesigen Bassins. 2 Begleiter halten mit gestreiften Stäben die Haie (Sharks, tarpon)ab, während der "Fensterputzer" sich mit Saugpfropfen an der Scheibe hocharbeitet. Ob nun die Bewegung der gestreiften Stäbe, oder elektrische Impulse oder der Geruch die Haie zum Abwenden bewegt, konnten wir nicht herausfinden. Faszinierend auch die Einzeller oder Kleinstfische. Jeder lebt in seiner Welt.
 

Wir verlassen beeindruckt das Aquarium, dessen Besuch uns Julia Wittgens dringend empfohlen hatte, und betreten den Riverwalk – Marketplace. Dieser restaurierte Lagerkomplex beherbergt über 200 Geschäften, Restaurants und einen gemütlichen Food Court.

Ich möchte unbedingt einmal Jambalaya probieren. Ich tue so, als könne ich mich nicht entscheiden. Daraufhin gibt mir ein netter Verkäufer eine kleine Portion. Doch ich wähle dann wie die anderen auch ein chinesisches Gericht.

Über unsere Portionen hinweg beobachten wir von einem Balkon die Schiffe auf dem direkt angrenzenden Ol Man River. Wir genießen diesen wunderschönen Tag. Um 6 Uhr pm fahren wir mit der Ferry wieder zurück ins Hotel.

Christian erkundigt sich, wie wir morgen New Orleans in Richtung Osten am besten verlassen können. Super!

 
Louisisana – Alabama – Florida
Karfreitag, 10. April 1998

Um 10 Uhr Abfahrt auf I 10 East. Eine Zollgebühr für die Brücke ist fällig: 1 $. An den Straßen überall Hinweise: Hurricaine Evacuation Route mit Radiofrequenzen. Im TV erzählte ein Experte, daß man bei einem GAU (Größter Anzunehmender Unfall) in New Orleans mit über 50.000 Toten rechnen muß, da N O etwa 10 Meter unter dem Wasserpegel des Golfes liegt. In der Zeitung steht heute ein Bericht über verheerende Tornados in Alabama und Georgia: 32 Tote!

Die Größe der Stadt sehen wir erst als wir diese Toll-Brücke überquert haben. Wir Touristen schauen nur ins French Quarter hinein. Schön, daß wir in Harvey wohnten und somit Algiers kennenlernten.

Die WELCOME – CENTER der einzelnen Staaten (Infozentren) sind meist imponierend. In Alabama haben sie ein Herrenhaus (Plantationhouse) "voll" eingerichtet mit wunderschönen Möbeln. In Florida ist es durch seine Größe und den frischen Orangen- bzw. Pampelmusensaft beeindruckend. Ein INFO – Blatt ist interessant:

Diese herrlichen Hinweise in DO und DO NOT

sollen wohl den etwas angeschlagenen Ruf Floridas, was die Sicherheit der Touristen angeht, wettmachen.

Auf den Parkplätzen immer wieder Polizeivisiten. Wir fahren Richtung Mobile – Pensacola – Fort Walton Beach. Man kann wieder eine Battleship, ein Fort oder Gardens besichtigen. Wir machen dies nicht und essen, tanken, telefonieren. Oma und Opa sind beunruhigt, weil sie im Fernsehen die Verwüstungen der Tornados gesehen hatten. Entweder waren wir dort gerade oder wir wollten dort gerade hin. Der liebe Gott meint es bisher gut mit uns.

Diese verflixten Wirbelstürme, die Geschwindigkeiten bis 200 km/h erreichen und wie ein kräftiger Staubsauger alles, was sich ihnen in den Weg stellt, einfach wegsaugen und wegwirbeln. Wir fahren weiter.

Oft sehen wir sogenannte Weight-Station für die Trucks. Eine Parallellspur führt über eine Waage und wird dann wieder auf die Straße eingefädelt. Stau. HWY 29 South, 98 South. Es gibt keine Osterferien, so werden die paar freien Tage genutzt. Es haben ja nicht alle frei, denn die Verbrauchermärkte haben zumindest halbtags geöffnet, auch an Ostern.

Wir fahren bei hellem Sonnenlicht an wunderschöne Badegegenden vorbei. Riesige Parkplätze, Kinderspielplätze, Meeresbuchten, langgestreckte Sandbuchten, die zum Teil künstlich angeschüttet wurden.

Es ist Abend als wir in Fort Walton Beach endlich eine Unterkunft in einem Best Western Motel finden. No Vacancies, hören wir heute öfters. Dieser Strand zwischen Pensacola und Panama City ist laut ADAC der Geheimtip im Norden des SUNSHINE – States Florida. Hier im Panhandle, dem Pfannenstiel- wie der Nordteil Floridas genannt wird, liegen die schönsten Strände des Staates.

Das Problem als Fußgänger die Straße zu überqueren ist uns bekannt. Auch hier gibt es Probleme. Auf einer Bank am Strand erleben wir einen wunderschönen Sonnenuntergang

Christian erkundigt sich nach einer Mall. Direkt in unserer Nähe ist eine große. DALTON, der uns schon bekannte Buchladen bietet einiges.

Als wir zurück sind, essen wir unser mitgebrachtes Abendessen. Anschließend hat Ria Einschlafstörungen. Bei Ihrem Fahrpensum heute auch keine Besonderheit.

Tallahassee
Samstag, 11. April 1998

Wie heißt die Hauptstadt von Florida? Bis heute haben wir es auch nicht gewußt. Es ist Tallahassee. Nur 90.000 Einwohner. Der Name stammt aus der Sprache der Creek-Indianer und bedeutet soviel wie "alte Stadt".

Das Frühstücksbüffet war leider schon leer gefegt. Wir waren zu spät.

Jetzt kommen wir an eine wunderschöne Strandgegend. Hier machen wir bei greller Sonne, stahlblauem Himmel und schneeweißen Sand erst einmal Pause. Toll, aber langweilig. Christian: "Dafür sind wir nicht nach Amerika geflogen." Also weiter.
 

Walter Jansen
Walter Jansen

Walter Jansen befindet sich im Ruhestand und hat nun endlich die Zeit gefunden seinem grossen Hobby dem "Reisen" nachzugehen. Neben seiner Frau und seinen Kindern sind Filmkamera und Fotoapparat dabei seine treuesten Reisebegleiter. Aber auch seine Gitarre darf nicht fehlen. Mit ihr bringt Walter Jansen vielen Menschen Unterhaltung und Freude. Besonders unterwegs bringt das Gitarrenspiel Menschen zusammen und Freundschaften werden durch die Musik leicht angebahnt.

Sein meist besuchtes Land ist Nord Amerika. Aber auch Malaysia, Australien, Neuseeland und einige Laender Afrikas faszinierten und inspirierten Walter Jansen zu weiteren Reiseabenteuern. Die naechste groessere Reise ist bereits in der Planung. Eine Reihe asiatischer Laender wird dieses mal das Ziel sein. Ganz neue Eindruecke und Abenteuer werden Gelegenheit zu weiteren Berichten geben.

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© Copyright für Artikel und Bilder liegen beim Autor

 

 

Es geht in Richtung Floridas Haupstadt. Hwy 221 auf den I 10 East. Immer wieder Hurricaine Evacuation Route. Schöne Strecke. In Tallahassee hat Christian wieder seinen Coupon zur Hand und so übernachten wir wieder recht preiswert im Super 8 für 40$.

Hier ist auch eine tolle Mall und so werden jede Menge Bücher gekauft. Zu Abend essen wir bei einem Pizzabäcker. Ein riesiger Osterhase, drumherum ein Karussell. Ein Osterhase ist zum Fotografieren da. Der "Osterhase" sitzt auf einer Bank und lockt Kinder an. Meist schicken die Eltern die Kinder. Die Kinder poussieren mit dem Osterhasen nur sehr zögerlich.

Bei DELI kaufen wir eine Flasche kalifornischen Weins und dann geht es zurück ins Motel.

Nächste Etappe: Okefenokee - Savannah - Macon
 

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