Reisebericht: Norfolk - Chesapeake Bay - Annapolis

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Reisebericht: Norfolk - Chesapeake Bay - Annapolis

Reisebericht: Die Wiege Amerikas

Norfolk, Chesapeake Bay, Annapolis
 

 

 
Reisetyp: Individualreise
Reisebericht aus dem Jahr: 1997
Altersgruppe des Autors: 45-60 Jahre
 

 
Colonial Williamsburg
24. Oktober 1997

In dieser Nacht nach dem "All You Can Eat" bestand Explosionsgefahr. Christians Ohren haben zudem leiden müssen durch unser Geschnarche. Nach dem Frühstück fahren wir ins Visitor Center. So riesig die Halle, so riesig die Preise: 25$ für jeden. Nach mühsamen Erfassen der vollständigen Heimatadresse für jeden heiße ich auf meinem Ausweis den ich am Revers tragen muß: Jansen Walker. Der Shuttle-Bus, mit verdreckten Scheiben, bringt uns dahin, wo wir auch zu Fuß hätten hingehen können. Teure Busfahrt. Doch nur mit dieser Plakette darf man die Häuser betreten. Wahrscheinlich hätte uns auch niemand kontrolliert, wen wir keinen Eintritt bezahlt hätte. Beim Kurs von 1.80 DM sind 75 § mehr als unangemessen. Wer in den Governor's Palace will oder auch bestimmte Häuser betreten will, muß noch mal drauflegen. Zum Himmel schreiender Nepp.
 

Zwischen den herausgeputzten Holz- und Ziegelgebäuden paradieren Soldaten in originalgetreuen Uniformen. Handwerker stellen wir vor 250 Jahren Waffen, Fässer und Türbeschläge her. Herausgeputzte Damen in langen Röcken und Spitzenhäubchen und Herren im Gehrock mit Monokel und Federhut stellen seltsame Kontraste zu den Besuchern in Jeans und T-Shirt her.

Viele Chinesen sind unterwegs. Wir gehen in das State Capitol von 1705, das bereits mehrmals ein Opfer der Flammen wurde. Hier machen wir eine interessante Führung mit.

Wir nehmen an einer "Gerichtsverhandlung" teil und an einer Sitzung des "Parlamentes". Als Schauspieler werden Besucher ausgewählt. Das ist lebendige Geschichte und interessant.

 
Colonial Parkway

Kaum irgendwo auf amerikanischen Boden reicht die Vergangenheit so deutlich erkennbar in die Gegenwart herüber, wie im historischen Dreieck von Virginia, wo der Colonial Parkway die drei historischen Stätten Jamestown, Williamsburg und Yorktown miteinander verbindet In Jamestown ließen sich 1607 auf einer kleinen Insel eine engl. Einwandergruppe nieder, welche die erste permanente britische Siedlung gründete. Von 1699 bis 1780 war Williamsburg, jetzt Amerikas größtes Freilichtmuseum, Virginias Hauptstadt. Die Präsidenten G. Washington Und Th. Jefferson lebten und arbeiteten hier.

In den zwanziger Jahren finanzierte John. D. Rocke­feller jr. den Wiederaufbau von Colonial Williamsburg u.a. mit dem wunderschönen Governeurs Palast und dem Capitol. "Es entstand ein Guckloch in die US- Vergangenheit, das auf amerikanischen Boden seines­gleichen sucht."

Die Gerichte mußten sich in damaliger Zeit natürlich hauptsächlich mit Steuervergehen beschäftigen. Typisch die Tabaksteuer. Denn alles durfte nur über England eingeführt werden.

Einige dieser alten Häuser sind hier noch bewohnt. Doch das gesamte Areal ist autofrei bis zum Abend. Dann dürfen auch diese Einwohner das Auto benutzen.

Wir schlendern noch durch die Straßen und verlassen das den Amerikanern heilige Gelände und fahren zurück ins Motel. Doch zuvor holen wir noch einen guten Rotwein.

Norfolk - Chesapeake Bay Bridge - Annapolis
25.Oktober 1997

Regen in der Nacht. Spruch am Morgen: Unsere Dollars nehmen ab und unsere Pfunde zu. Im Staate Colorado herrscht Schneechaos. Gegen 11.00 Uhr Checkout. Heinz Rankiewitsch, Henry, der Motelbesitzer sitzt bereits im Office und erwartet uns schon. Er begrüßt mich auf Deutsch und freut sich diese Sprache wieder einmal reden zu können. Ich sag, daß ich dieses Land mag und wir nun schon zum 3. Mal auf diesem Kontinent befinden. Er wirkt fast entrüstet: "Sie lieben Amerika? Das sind hier alles Verbrecher. Die sind hier überall die Größten, die Ersten, die Längsten usw. Die haben immer die dicksten Kürbisse, die längsten Gurken. Small ist nicht!" Der Westen der USA mag sozial sein, der Osten nicht, da herrscht Business." Er erzählt, daß er 1959 nach Amerika ausgewandert ist. Doch 1960 wegen des Vietnamkrieges nach Mexiko geflohen, da sie ihn zum GI machen wollten. Erst nach 15 Jahren Mexiko. kam er hierher. Er hatte mal in Braunschweig eine Freundin und nannte auch noch das Gebäude, wo sie gewohnt hatte. Ria lobt die Sauberkeit des Motels und sagt, daß es ihr schon aufgefallen sei, wie alles so akkurat gefliest wurde. Er erzählt, daß er und seine Frau immer mit dem Putzlappen noch einmal den Putzfrauen hinterher wischen, damit es sauber bleibt. Wir verabschieden uns und sagen, daß wir über Friedricksburg nach Washington zurückfahren wollen. Er empfiehlt uns über Norfolk zu fahren - dort kann man Kriegsschiffe besichtigen - über die herrliche Chesapeake Bay, durch Maryland zurückzureisen. Wir nehmen den Vorschlag an und sagen Good bye.
 

Wir fahren bis Norfolk, sehen dort auch Kriegsschiffe liegen, wollen aber weiter und nehmen die US 13 N.

Am South Toll Place zahlen wir an eine nette Amerikanerin die 10$ Wegezoll und befahren das "siebte Weltwunder". Zweimal verschwindet die Brücke im Tunnel, so daß die großen Schiffe ungehindert fahren können. Wir sind fasziniert von dieser Technik und den Ausblicken auf das Wasser und den Strand.

Wir fahren weiter Richtung Nord und sehen zum 1. Mal ein Baumwollfeld, das noch nicht ganz abgeerntet war. WAl Mart in Sicht, das bedeutet Stopp. Christian verletzt sich an der Hand.

 
Chesapeake Bay – Bridge-Tunnel
Acclaimed one of the seven wonders of the modern world.

The Chesapeake Bay Bridge-Tunnel allows you to see the mighty surge of the Atlantic Ocean, the beauty of the Chesapeake Bay, and the soaring grace of an engineering marvel.

Buildig Time: 42 months Total Cost:$ 200,00,000 Depth of water along route: 25 to 100 feet Opened: 1964

It measures 17,6 miles and is considered the world's largest bridge-tunnel complex.

Christian sucht während der Fahrt bereits ein Motel in Annapolis.Dort wollen wir übernachten. Die Straße scheint unendlich lang zu sein. Wir verlassen die 13 N und biegen ab auf den HWY 50 West Richtung Washington. Bei beginnender Dämmerung überqueren wir erneut die Chesapeake Bay über ein anderes technisches Wunderwerk die BAY-BRIDGE. Diese Brücke ist in helles Licht getaucht und hebt sich natürlich bei Dunkelheit besonders vom Wasser ab. Die Richtungsfahrbahnen laufen parallel über seperate Brücken und verbinden die West- und Ostküste Marylands. Die Länge beträgt 4,35 Meilen.

Ria fährt in das herrlich liegende Annapolis hinein. Es sieht nicht wie eine amerikanische Stadt aus. It looks very british! Wir drehen eine Runde, fahren an der US Naval Academy vorüber und nehmen wieder Kurs auf die 50 East, Exit 28 und finden unser Super 8 Motel. Die Übernachtung kostet diesmal 70$.

Im Office treffen wir auf einen Amerikaner, der uns in Deutsch anspricht. Er hat lange in Augsburg gelebt und ist Vertreter bei Mercedes. Am folgenden Tag muß er mit einer Gruppe Amerikaner nach Stuttgart zu Mercedes fliegen und er begleitet diese Gruppe dann auf einer Rundreise. Er lotst uns noch einmal nach Annapolis, findet einen Parkplatz für uns und verabschiedet sich mit ein paar Gästen. Wir bummeln nun an einigen schönen kleinen Geschäften vorbei. Ria findet einen Flaggenladen, und ich kaufe über 30 Flaggen der USA. Es fängt an zu regnen. Wir fahren zu unserem Motel zurück um in der Nähe ein Restaurant zum Abendessen zu besuchen, das uns der freundliche Motel- Manager empfohlen hat. Doch wir suchen und suchen und finden in der Dunkelheit das Lokal nicht. Wir geben auf und finden eine Kneipe BLUE AND HOT. Hier kann man am "Take - away” - Schalter Essen mit nach Hause nehmen. Wir bestellen unser "Menü". Die junge Bedienung fragt uns etwas. Doch wir verstehen es nicht. Danach fragt sie uns ganz langsam: "Is that all?" Ria antwortet: "Yes, that's all!" Wir zahlen und fahren ins Motel zurück. Ein abwechslungsreicher Tag ging zu Ende.

Annapolis
26.Oktober1997

Wir brechen früh auf und fahren von Annapolis nach Washington. Im Außenbezirk der Stadt finden wir in der Nähe der St. Edwards Airbase finden wir ein neues Super-8-Motel. Wir sind zu früh. Der Manager versucht uns so rasch wie möglich ein Nichtraucher-Zimmer zu geben. Dies klappt dann auch und wir checken ein.

Das reizende Städtchen Annapolis hat ca. 35 000 Einwohner und ist die Hauptstadt des Bundesstaates Maryland. Die Hafenatmosphäre verbindet sich mit den verwinkelten Straßenzügen.

Die hier an der Chesapeake Bay beheimatete Naval Academy steht in den USA als Lehr- und Ausbildungsstätte hoch im Kurs. Hier befindet sich die riesige Naval Chapel in der ein über 500 Jahre altes flämisches Schiff von der Decke hängt Ria hat sich schon einen Plan für den Regentag ausgedacht. "Wir fahren zum Capitol und besuchen noch einmal ein paar Museen", sagt sie. Wir sind einverstanden. Zuerst wollen wir mit der U-Bahn fahren. Wir haben einen Metro-Plan. Ich erkundige mich im Office. Doch man sagt uns Busse fahren erst Montag und die Metro gibt es hier nicht. Wir verstehen das nicht recht und schauen uns auf dem Zimmer noch einmal den Plan an. Plötzlich lacht Ria hell auf. "Die Trasse, die bis hier eingetragen ist, hat den Vermerk "in future". Ca. 2000 n.Chr. Da hätten wir ja lange warten müssen. Also fahren wir mit dem Auto: Massachusetts Ave - Pennsylvannia Ave. Ria fährt als sei sie hier zu Hause. In der Independence Ave parken wir direkt vor dem Gebäude der Voice of Amerika. - Ich erinnere mich an den Volksaufstand in Ungarn 1956. Da übertrug diese Station life vom Kampfgeschehen. - Die "Stimme Amerika" (Voice of America) ist die Rundfunkstation, die alle Welt ein positives Bild der USA vermitteln soll, und das in 42 Sprachen. Anm. Wir Deutsche haben dafür die Deutsche Welle.

Es regnet ununterbrochen. Unser erster Besuch gilt dem National Museum of Natural History, das großartige naturhistorische Museum. Es beherbergt u. a. rekonstruierte Dinosaurier und Säugetiere aus grauer Vorzeit. Imposant ist der riesige Elefant in der Eingangshalle.
 

Walter Jansen
Walter Jansen

Walter Jansen befindet sich im Ruhestand und hat nun endlich die Zeit gefunden seinem grossen Hobby dem "Reisen" nachzugehen. Neben seiner Frau und seinen Kindern sind Filmkamera und Fotoapparat dabei seine treuesten Reisebegleiter. Aber auch seine Gitarre darf nicht fehlen. Mit ihr bringt Walter Jansen vielen Menschen Unterhaltung und Freude. Besonders unterwegs bringt das Gitarrenspiel Menschen zusammen und Freundschaften werden durch die Musik leicht angebahnt.

Sein meist besuchtes Land ist Nord Amerika. Aber auch Malaysia, Australien, Neuseeland und einige Laender Afrikas faszinierten und inspirierten Walter Jansen zu weiteren Reiseabenteuern. Die naechste groessere Reise ist bereits in der Planung. Eine Reihe asiatischer Laender wird dieses mal das Ziel sein. Ganz neue Eindruecke und Abenteuer werden Gelegenheit zu weiteren Berichten geben.

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Von hier aus gehen wir noch einmal in das National Museum of American History. Hier tauchen wir ab in den Büchershop. Ich schlage gleich mehrfach zu und kaufe CDs mit Countrymusic und ein paar Bücher. Interessant ist, daß es hier in den Büchershops auch Malbücher gibt über die Präsidenten und deren Familie. Man stelle sich das mal bei uns vor. Ein Malbuch über Kohl oder Herzog. Es erinnert etwas an den Personenkult totalitärer Regierungschefs. Doch gleichzeitig finden wir auch bitterböse Fotomontagen auf Postkarten. Z.B. Bill Clinton und Hillary mit Glatze und Kommentar: "Budget cut" Die Zeit vergeht viel zu schnell. Mit unseren Einkaufstaschen gehen wir noch schnell ins Hirshhorn Museum, einem Rundbau, der auch einen runden Innenhof umschließt. Das Gebäude erinnert mich an das Colosseum in Rom.

Wir beeilen uns und gelangen in einen Ausstellungsflur voll mit Skulpturen von Renoir, Rodin, Barlach, Kollwitz, Picasso, Gauguin. Also darunter Künstler deren Werke ich nur als Gemälde kenne. Schade, daß uns hier die Zeit davon läuft. Wir latschen zum Auto zurück und stellen fest, daß wir auch in der Museumsmeile hätten kostenfrei an Sonntagen parken können. Nebenbei bemerken wir, daß die Sommerzeit zu Ende ist.

Nächste Etappe: New York
 

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