Reisebericht: Toronto

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Reisebericht: Toronto

Reisebericht: Indian Summer

Toronto
 

 

 
Reisetyp: Individualreise
Reisebericht aus dem Jahr: 1996
Altersgruppe des Autors: 45-60 Jahre
 

 
Von Watertown nach Toronto
Dienstag, dem 8. Oktober 1996

Nach einer ruhigen Nacht um 10.30 Uhr Abfahrt Watertown auf dem Interstate 81 North in Richtung Kanada. Der Zöllner an der kanadischen Grenze grüßt uns nett. Mit Ria wechselt er ein par Worte in Deutsch. Wir sind wieder in Kanada. Es geht weiter auf dem HWY 401 West.Wir überqueren den St. Lorenz Strom über 2 Brücken. Hier ist das Labyrinth der Thousand Islands. Mehr als 1700 Inseln ragen aus dem breiten Strom.

Auf der amerikanischen Seite müssen wir 2.00 Dollar zahlen. Wir kommen nach Kingston. Dort, wo der große Strom den Ontario-See verlässt liegt Kingston. 1673 noch Pelzhandelsstation, heute ein Städtchen mit vielen Erinnerungen an die Pionierzeit. Fort Henry grüßt von fern; ein restaurierter Militärstützpunkt kann hier besichtigt werden.

Nach Kingston will ich mit Ria wechseln, da sie die bessere Stadtfahrerin ist. Wie schon mal erwähnt, gibt es hier in Kanada so gut wie keine Rast - oder Parkplätze. Es gibt wohl Carpools oder Service Stations. So geht es 3 oder vierspurig durch Oshawa und ehe ich mich versehe, befinde ich mich bereits mitten im Gewühle von Toronto.
 

Ria beruhigt mich und weist mich laut Plan auf die richtigen Straßen. Doch wir finden das ausgesuchte Motel nicht. Ria übernimmt das Steuer und nach kurzer Zeit sind wir auf dem Lake Shore BVD West in West-Toronto. Wir sehen gleich ein ansprechendes Motel und haben Glück.

Im BEACH MOTEL sind noch Zimmer frei für 59.00 CDN $ plus tax plus tax. Richtig, hier schlägt der Fiskus gleich dopplet zu. Einmal 15% MWSt und 8 % Provinzsteuer. Aufgepasst: Bei der Preisauszeichnung fehlen somit 23 %! Wir beziehen unser Zimmer im 1. Stock mit Balkon und Sicht auf den Humber Bay Park und Ontario See.

Das Motel preist sich an mit "Lake view balconies and spacious outdour picnic area". Wir gehen auf den Balkon. Begrüßt werden wir von einer riesigen Schar Wildgänsen, die uns entgegenschnattern. Wir setzen uns und genießen den Blick und unser bescheidenes Abendbrot.

 
Anschließend gehen wir zur STREETCAR - (=Straßenbahn)-Haltestelle. Wir wollen noch zum Eaton - Center. Eine Frau hilft uns, damit wir auch dorthin finden. Sie erzählt, dass sie eine neue Brille und ein neues Gebiss benötige. Dafür müsse sie alle Tage in der Woche arbeiten. Sie muss die Kosten selber tragen. So wird es bei uns auch kommen.

Die Queens Street ist sehr lang. Geschäft an Geschäft. Viele kleine Läden. Schummrige Läden. Imbißecken für Leute "over fifty"! Wir nähern uns dem Bankenviertel und schon werden die Geschäfte größer schöner. EATON CENTER. Dieses pompöse sich über 3 Stockwerke erstreckende Einkaufszentrum ist beeindruckend. Eine riesige Konstruktion aus Stahl und Glas. Zahlreiche Boutiquen - nicht billig - sind hier verteilt. Im Untergeschoss eine großräumige Imbissecke mit einem Angebot von Speisen aus aller Welt: Chinesische, amerikanische, japanische, italienische Gerichte usw. Gleich neben dem Glanz der edlen Geschäfte und Banken diese "stille Armut" wie Ria sie nennt.

Am Abend eine Diskussion über diese aufkommende Armut, die sich in einem Land wie USA oder Kanada mit diesen weiten Entfernungen, mit den vielen Rassen und keinem sozialen Netz wie bei uns anders zeigt als in Deutschland. Wir bergen daher wohl zu Hause auch mehr sozialen Sprengstoff als diese Länder. Ria befasst sich mit einer "Sozial-Initiative" zur Hilfe dieser schweigenden Armen. Mehrere "sozial Starke" schließen sich zusammen und finanzieren durch eine gemeinsame Abgabe, die Beschäftigung von diesen "sozial Schwachen". Ein Problem das uns alle beschäftigt, sogar Christian diskutiert klug. Die "soziale Schere" droht immer offener zu werden und somit sind nach alter volkswirtschaftlicher Lehre Revolutionen nicht weit. Wir müssen dafür sorgen, dass unser soziales Netz bei derzeit 4 000 000 Arbeitslosen nicht reißt. Unweit vom Eaton Center befindet sich ein "Street Youth Center", wo doch einige arme Geschöpfe zu sehen sind. Auf dem Heimweg fährt unsere Streetcar an einem riesigen Versammlungsraum der SALVATION ARMY vorüber. In diesem Raum wurden zig Menschen eine Mahlzeit serviert.
 

Toronto "Queen City of Canada"
Mittwoch, dem 9. Oktober 1996

Morgens ums 5 Uhr beim Lüften dringt der Duft einer nahegelegenen bakery in unser Zimmer.

Auf dem Stadtplan von CAA, dem kanadischen ADAC steht: The capital city of Ontario is a modern centre of culture, education, finance and industry.... With all this offer, it is no wonder why Toronto has earned the name the "Queen City" of Canada.

Im deutschen Reiseführer. Mitte des 18. Jahrhunderts entstand an der Mündung des HUMBER eine kleine Siedlung mit dem Namen YORK. Die Nachbarn nannten den Ort "MUDDY YORK" (=schmutziges York) Hieraus wurde ein nettes Städtchen und hatte 1834 bereits 9000 Einwohner. Die Indianer nannten dieses York früher Tarantua (=Treffpunkt). Man erinnerte sich jetzt dieser Bezeichnung und ab sofort hieß dies Kleinstadt, Treffpunkt der Händler, TORONTO.

 
Nach dem Frühstück in die City. Wir spazieren durch Chinatown. In diesem Viertel gibt es keine Ladenschlusszeiten. Es fängt an zu regnen. Wir gehen zur City Hall. 1965 erbaut wurde dieses eigenwillige Zweitürme-Rathaus gleich zum Ärgernis. Heute wird es als zukunftsweisende Architektur gefeiert. Ich finde diese Formen sehr faszinierend. Mittagessen bei MANCHU MOK im Eaton center. Weiter zum Sheraton - Center gediegene saubere Atmosphäre und ein riesiger Wasserfall, der im Sommer offen ist. Im Warenhaus "THE BAY" 2 Hemden gekauft und für Christian einen Rolli. Wir gehen weiter zur CASA LOMA Toronto´s Majestic Castle. Dieses deplaziert wirkende Schloß ist im Renaissancestil erbaut mit Türmchen Zinnen und Kaminen. Im Prospekt heißt es: "Erleben Sie die Eleganz eines vergangenen Zeitalters in Torontos Schloß Casa Loma. Es ist das einzigartige Vermächtnis von Sir Mill Pellatt, einem kanadischen Financier, Industriellen und Armeeoffizier des frühen 20 Jahrhunderts." Für uns war es so einzigartig, dass uns dieser Zuckergußbau veranlasste schnell die vielen Stufen wieder runterzugehen in Richtung CN - TOWER.

Wir bummeln vorbei an "The Hockey Hall of Fame" (Eishockeystadion), stehen am Royal York Hotel, ein Luxushotel, Betten Kapazität: 1600!. Werbung des Hotels :"Spoil Yourself Royally". Room Rates starting at 159 $ per night. Opas Nobelabsteige in Toronto. Ein imposantes Haus schon von außen. Wir spazieren weiter zum CN- Tower und Skydome, beschnuppern ihn, fotografieren und kehren zurück zur Queens Street. Wir kaufen noch Obst ein und fahren ins Motel zurück.

Im TV abends Diskussion zwischen dem US-Vizepräsidenten Al Gore und dem Herausforderer. AL Gore wirkte kompetenter. In Amerika ist Präsidentenwahlkampf.

Auffallend ist das friedliche Zusammenleben der vielen verschiedenen Rassen und Nationalitäten. Diese Stadt hat multikulturellen Charme!

Toronto: Der CN - Tower
Donnerstag, dem 10. Oktober 1996

Das Wetter ist durchwachsen. Heute ist CN- Tower - Tag. Christian hat seine Kamera in Ordnung. Zuerst gehen wir noch zur CAA, dem kanadischen Automobilclub. Hier holen wir uns einige Informationen über Westkanada und über Ontario. Man ist dort sehr hilfsbereit. Unterwegs fragen wir noch einmal nach dem Weg. Ein Kanadier zeigt ihn uns und sagt zum Schluss: " Enjoy your stay". Cn-Tower ist erreicht. Für 12 $ pro Person fahren wir hoch. Zu Fuß 2570 Stufen. Es ist schon ein toller Blick von oben auf die Stadt. Jetzt wirken die Wolkenkratzern ganz friedlich. Aus einigen Bankenwolkenkratzer steigt weißer Rauch auf. Das erinnert etwas an die Papstwahl. Weißer Rauch heißt: Habemus Papam!" Vielleicht hier : Habemus Pecuniam! Ich nehme an, dass ist die Klimaanlage.

Im Restaurant trinken wir Kaffee. ALs "Kaffeelöffel" gibt es einen CN-Tower in klein. Unterhalb des Restaurants kann man auf einen Glasboden treten und schaut dann die fast 400 m nach unten. schwindelfrei muss man schon sei. Das ist der besondere Kick da oben. Nachdem wir uns satt geschaut und alles gefilmt haben, sausen wir wieder nach unten und fahren von der Queens Street mit unserer streetcar LONG BRANCH 501 zurück zum Motel. Wir wollen auch einmal auf die Wiese hinter unserem Motel, wo so gerne die Wildgänse latschen. Plötzlich stellen wir fest, daß diese Vögel den Rasen mit Kot übersät haben. Zurück. Schuhe abwaschen. Es schließt sich noch ein unvergesslicher Spaziergang in den Humber Park an. Herrliche Abend- und Abschiedsstimmung. Wir tanken das letzte Mal. Jetzt geht's zurück, und wir fangen an zu packen.

Abschied von Toronto
Freitag, dem 11. Oktober 1996

11.00 Uhr Checkout von unserem so schön gelegenen Motel. Wir fahren gleich zum Flughafen und wollen unser Gepäck abgeben. Um 11.30 Uhr ist AIR FRANCE noch nicht besetzt. Wir fahren in eine MALL am Queensway. Anschließend zu AVIS. Da 2 Stunden überschritten sind, berechnet man uns 80 $ mehr. Das wurmt uns, und so gehen wir zum AVIS - Schalter Dort wird die Summe storniert.
 

Walter Jansen
Walter Jansen

Walter Jansen befindet sich im Ruhestand und hat nun endlich die Zeit gefunden seinem grossen Hobby dem "Reisen" nachzugehen. Neben seiner Frau und seinen Kindern sind Filmkamera und Fotoapparat dabei seine treuesten Reisebegleiter. Aber auch seine Gitarre darf nicht fehlen. Mit ihr bringt Walter Jansen vielen Menschen Unterhaltung und Freude. Besonders unterwegs bringt das Gitarrenspiel Menschen zusammen und Freundschaften werden durch die Musik leicht angebahnt.

Sein meist besuchtes Land ist Nord Amerika. Aber auch Malaysia, Australien, Neuseeland und einige Laender Afrikas faszinierten und inspirierten Walter Jansen zu weiteren Reiseabenteuern. Die naechste groessere Reise ist bereits in der Planung. Eine Reihe asiatischer Laender wird dieses mal das Ziel sein. Ganz neue Eindruecke und Abenteuer werden Gelegenheit zu weiteren Berichten geben.

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Im Duty-free-shop wird noch einmal zugeschlagen. Ria kauft Pilcher - Bücher. Für Christian wird noch ein T- Shirt "CANADA" erstanden. Unsere Maschine, eine moderne Boeing 767, fliegt verspätet ab. So wird der Anschlußflug nach Hamburg auch nicht erreicht. Um 10.10 Uhr MEZ Connecting flight nach Hamburg. Hamburg- Fuhlsbüttel: Christian und ich holen unser Gepäck während Ria das Auto von P6 mit dem Shuttlebus abholt.

Gegen 15.00 Uhr löffeln wir wieder Mutters hervorragende Kartoffelsuppe.
 

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