Reisebericht: Vancouver

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Reisebericht: Vancouver

Reisebericht: Der Nordwesten

Vancouver
 

 

 
Reisetyp: Individualreise
Reisebericht aus dem Jahr: 2000
Altersgruppe des Autors: 45-60 Jahre
 

 
Hannover - Amsterdam - Vancouver
15. April 2000

Erst nach 8 Uhr aufgestanden. Um 11.00 Uhr Abschied von Oma und Opa. Diesmal parken wir in P3. Ausgesprochen günstig, so können wir unsere Koffer zum Flugsteig B selber rollen. Unsre Turbprop hebt schnaufend ab und bringt uns sicher nach Amsterdam. Der Flug KLM 681 geht erst in einer Stunde ab. Diesmal hatte ich aufgrund von Silverwing-Card select seating gebucht. Es ist eine MD11, das zur Zeit anfälligste Flugzeug laut Bericht in "Die Welt". Wir sitzen diesmal Reihe 9 HJK direkt hinter der Business Class. Hier kann man aufstehen ohne jemanden zu belästigen. Der Pilot kündigt eine Flugzeit bis Vancouver von 9h und 15m an. Der timelag ist 9 Stunden.

Wir fliegen vorüber an England überqueren die Hebriden Richtung Island Zwischen Island und Grönland sind riesige Eisschollen auszumachen. Wir spüren nichts von der Gefahr in 10.000 Metern Höhe und bei - 54 Grad Celsius. Man kann aus dem Fenster sehen, wie die Steuerklappen dauernd enteist werden. Unser Flugzeug trägt den beruhigenden Namen "Moder Teresa". Unter uns liegt die gewaltige Fläche Kanadas. Über die Kascadengipfel nähern wir uns Vancouver. Der erste Eindruck vom Flugzeug: Flüsse voll von Baumstämmen, Flößen und Berge von Sägemehl am Ufer. Gegen 17.00 Uhr landen wir. Hier blüht schon alles.

Wir holen uns bei AVIS unser Auto, einen weißen PONTIAC ab und Christian führt Ria direkt zum CP Hotel Vancouver, ein "restored heritage hotel" oder "traditionsreichstes Luxushotel" Vancouvers mit 4 Sternen.
 

Im Zentrum liegt unser Hotel und ist mit seinem grün schimmernden Kupferdächern leicht auszumachen. 1939 von der Canadian Pacific Railway eröffnet, ist es bereits das dritte Hotel, das unter diesem Namen erbaut wurde.

Das erste Hotel Vancouver, vierstöckig und noch ganz in Holzbauweise, wurde schon 1887 errichtet, als die transkontinentale Eisenbahn die Stadt erreichte.

Seit dieser Zeit haben sich so berühmte Persönlichkeiten wie Marc Twain, Ruyard Kipling, Winston Churchill, Indira Ghandi und Königin Elizabeth ins Gästebuch eingetragen.

Wir, Walter Jansen, Viktoria Hartmann-Jansen und Christian Jansen, sind nur im Computer eingetragen und jetzt froh, ein Zimmer zu haben. In der Hauptsaison ist es pro Tag so teuer wie das, was wir jetzt für 3 Tage in der Nebensaison bezahlen.

 
Vancouver

Stadt im Südwesten der kanadischen Provinz British Columbia. Sie liegt am Burrard Inlet, einem Arm der Georgia-Straße, gegenüber von Vancouver Island, in der Nähe des US-Staates Washington. Vancouver ist ein führender Seehafen an der Pazifikküste sowie Handels-, Industrie-, Finanz-, Fremdenverkehrs- und Kulturzentrum der Provinz. Hauptindustriegüter sind Holz- und Metallprodukte, Nahrungsmittel und Druckerzeugnisse. Daneben besitzt Vancouver zahlreiche Erdölraffinerien. Die Stadt hat gute Straßen- und Schienenverbindungen sowie einen internationalen Flughafen auf der nahe gelegenen Sea Island.

Vancouver ist eine kosmopolitische Stadt mit vielen großen, modernen Gebäuden. Zu den zahlreichen offenen Plätzen der Stadt zählen Stanley Park, in dem sich das Vancouver-Aquarium und der Zoo befinden, und Vanier Park mit dem Vancouver-Museum, das eine Sammlung einheimischer Kunst und Artefakte beherbergt, dem Meeres-Museum und dem H. R. MacMillan-Planetarium. Andere Sehenswürdigkeiten sind die Kunstgalerie mit einer Sammlung, die hauptsächlich Kunst aus British Columbia und anderen Teilen Kanadas umfasst, die Botanischen Gärten Van Dusen, Chinatown mit einer der größten chinesischen Gemeinschaften in Nordamerika und Gastown, ein altes Stadtviertel. Vancouver ist Sitz der Universität von British Columbia, des Emily-Carr-Colleges für Kunst und Design (1925) und eines Community-Colleges; die Simon-Fraser-Universität (1965) steht im benachbarten Burnaby.

Die erste weiße Siedlung, eine Sägemühle, wurde um 1865 gegründet. Sie wurde 1870 Granville genannt. Als die Stadt 1886 das Stadtrecht erhielt, bekam sie auch ihren heutigen Namen nach Kapitän George Vancouver, einem britischen Forscher, der die Region 1792 vermessen hatte. Die Siedlung wurde rasch zu einem Zentrum der Holzverarbeitungsindustrie an der Nordwestküste. Die Eisenbahnstation und der Hafen förderten diese Entwicklung. Um die Jahrhundertwende wurde sie das größte Handelszentrum an der kanadischen Westküste. Zahlreiche neue Bauten entstanden in den sechziger und siebziger Jahren, als Vancouver als Zentrum für die Schifffahrt im Ostasienhandel einen Aufschwung erlebte. 1986 fand in Vancouver die Expo 86 (Weltausstellung) statt. Die Einwohnerzahl in Vancouver beträgt etwa 472 000 und rund 1,6 Millionen im Großraum.Nachdem wir uns etwas erfrischt haben, schlendern wir in Richtung Gastown.

1972 erklärte die Provinzregierung Gastown und Chinatown zu "historic areas" und stellte die Gebäuden und Anlagen unter Denkmalschutz. Die düsteren baufälligen Backsteingebäude und Lagerhäuser wurden liebevoll restauriert und die Straßen mit Grün bepflanzt. Heute ist Gastown mit seinen Pflasterstraßen und antiken Gaslaternen, vielen kleinen Läden und Boutiquen, Galerien, Restaurants und Pubs längst zum beliebten Treffpunkt von Vancouvers Schickeria geworden. Das besondere Wahrzeichen ist die Steam Clock, die einzige dampfbetriebene Uhr der Welt, die viertelstündlich den Westminster-Glockenschlag auf Dampfpfeifen produziert und zu Vancouvers beliebtestem Foto-Objekt geworden ist.

In einem Geschäft in der Waterstreet für regionale Kunstgegenstände kaufen Ria und Christian sich einen Rainmaker. Müde kehren wir in unser Hotel zurück.
 

Totem
Totem

 

Pazifikstrand
Pazifikstrand

 
Vancouver
16. April 2000

Unten auf den Straßen ist was los. Während ein paar Möwen sich von uns gern füttern lassen, dröhnt von unten laute Musik hoch und Tausende von Menschen versammeln sich. Es ist SUN RUN in Vancouver, eine Art Marathonlauf. Ria holt das Auto und wir fahren in Richtung Stanley Park über die LIONS Gate Bridge nach Nord -Vancouver in Richtung Capilano. Skifahrer fahren vorbei ins Gebirge. Hier grüßt noch der schneebedeckte Grouse Montain, während im Tal die Frühlingsblumen blühen. Die Einwohner von Vancouver haben allem Anschein nach das große Los gezogen. Wenn sie die Büros verlassen, können sie quasi vor der Haustüre windsurfen, oder die Pisten hinabwedeln, mit dem Kajak die Küste entlang paddeln oder durch Regenwälder streifen, oder sie können innerhalb der Stadtgrenzen, segeln, tauchen, golfen - und frischen Lachs fürs Dinner fangen.
 

Wir machen einen Foto-Spaziergang und gehen anschließend in eine Mall zum Essen.

Wir wollen zum Anthropologischen Museum verfahren uns und landen im Vancouver - Museum. ein Interessanter Bau und vor dem Museum stehen die Bäume in voller Blüte. Die Wege sind - wie so oft auf nordamerikanischen Karten - viel weiter als auf den nicht maßstabgerechten Stadtplänen erkennbar.

Nach einem kurzen Aufenthalt führt der Marine-Drive uns um die Halbinsel zum westlichsten Zipfel, zum Museum of Anthropology der Universität von BC (British Columbia).

Das Parken kostet ein Vermögen. Ein Zettel hängt an einer Parkuhr und meldet uns eine günstigere Parkmöglichkeit in der Nähe, direkt gegenüber.

 
Schon die Architektur des MOA ist ein Erlebnis. Mit einer architektonischen Meisterleistung hat der kanadische Architekt Arthur Erickson hier Glas und Beton in die Landschaft integriert. Das Museum umgeben von einem weitläufigen Park mit riesigen alten Bäumen, Totempfählen und indianischen Langhäusern, besitzt eine hervorragende Sammlung von Kunst- und Gebrauschgegenständen der Westküstenindianer. Hier erfährt man alles über die Kultur der Tingit, Haida, Kwakiutt, Nootka, Tsemishian, Bella Cool und Salish. ADAC: "Die Sammlung zur Geschichte und Kultur dieser Indianerstämme der nördlichen Pazifikküste hat Weltklasse und informiert umfassend über Schnitzkunst, Mythologien, Riten und die indianische Alltagskultur Doch die Wirkung des MOA geht weit darüber hinaus und ist prägend für Kanadas Kulturszene. Bereits in den 50 Jahren leitete das MOA mit dem großen Totempfahl-Restaurationsprojekt die Renaissance dieser Schnitzkunst ein und sorgte für das erwachende Interesse der weißen Nordamerikaner an der Geschichte und Kultur der "First Nations" Mittlerweile nutzen die Traditionsbewussten Indianaer die Kollektion als Informations- und Inspirationsquelle. In der Rotunde steht eine tonnenschwere Holzskulptur von Bill Reid: The Raven and the first Men", die Geschichte, die sie erzählt, gehört zum indianischen Schöpfungsmythos." In diesem stillen Museum erzählt uns eine nette ältere Dame die Geschichte der Indianer und die Geschichte dieser imposanten Holzskulptur.

Das Museum wirkt an einigen Stellen sehr vollgepfropft. Man hat das Gefühl, dass hier alles gezeigt werden soll, auch wenn manche Ausstellungsstücke nocht nicht schriftlich erklärt werden. Der Kontrast zwischen den weitflächigen Großobjekten (Totem) und den vollgepfropften Vitrinen, in denen unzähliges Kleinmaterial lagert, ist durchaus reizvoll.

Heute leben ca. 170.000 Menschen der First Nations" in dieser Region. Die Gründung von Indianerreservaten durch die Regierung war und ist ein umstrittenes Thema. Zur Zeit ist der Schwerpunkt von Gerichtsverhandlungen und Diskussionen in ganz Kanada die Frage nach der Kontrolle der Erstbevölkerung über ihr traditionelles Land und dessen Bodenschätze. (Museumsprospekt)

Anschließend Mallbesuch und Essen.

Gastown - Hills Nature Art - Chinatown - Waterfront
17. April 2000

Bereits um 9.00 Uhr unterwegs ins nahe Pacific Center (Mall) Besuch in einer Buchhandlung. Anschließend weiter zur Gastown. Ein schönes Viertel zum Spazieren. In der Waterstreet ein wunderschöner Art-Shop: In diesem Shop "HILL'S NATURE ART" verliebt sich Christian in eine tolle Trommel. Doch der Preis reißt uns aus diesem Traum. Von Gastown spazieren wir nach Chinatown. "Reiseführer: " Vermeiden sie es von Gastown nach Chinatown zu spazieren, die Gegend ist unsicher. Ria merkt es, doch keiner glaubt ihr.

Gastown zeigt sich als gepflegtes Touristenviertel, dazwischen sind jedoch immer wieder "Absteigemilieuorte". Wir gehen in Dr. Sub Yatsen Classical Chinese Garden. Anlässlich der EXPO 1986 entstand dieser Garten auf einem Parkplatz an der Carrallstreet. Angelegt wurde er, so im Reiseführer, "in der Tradition der MING-Dynastie von 62 Gärtnern aus Suchou. Klassisch streng getrimmte Zypressen und Kiefern, Arrangements aus seltenen Taihu-felsen, jadegrüne Teiche, zierliche Pavillons mit Terrakotta- Dächern bilden hier eine stille Oase im lärmenden Trubel. Gleich nebenan an der Penderstreet gelangt man durch das China - EXPO - Gate, einem farbenfrohen Pagodentor zum Chinese Culture Center. Zur Zeit ist der Garten ohne Eintrittsgebühr, da er erst im Mai wiedereröffnet wird und zur Zeit renoviert wird. Im Chinese Center essen wir zu Mittag. Viel für 4 CND. Der nette Essensverkäufer hat 3 Jahre in Belgien gelebt: Kanada ist nicht besser!. Er schimpft nicht doch aus den Untertönen hört man, dass das Problem der sozialen Absicherung hier nicht gelöst ist.

Auf der einen Seite sitzt eine chinesischer Juwelier an einem kleinen Tisch und isst konzentriert mit seinen Stäbchen während auf der anderen Seite im Friseurladen ein alter Chinese sitzt, mit Kopf auf der Brust, eingeschlafen. Auf der Toilette ist der Warnhinweis, dass hier oft Taschen gestohlen werden.

PS: Vancouver hat nach San Francisco die zweitgrößte Chinatown in Nodamerika.
In der ganzen Stadt leben über 100.000 Chinesen!

Wir schlendern in Richtung Hotel zurück. Bei SMITHBOOK Bücher gekauft.

Ich gehe abends noch einmal allein los Richtung Waterfront zum Canada Place. Es ist ein schöner Abend. Wasserflugzeuge landen wie kleine Albatrosse und starten wieder Richtung Vancouver Island zum Sunset. Ich setze mich auf eine Bank und schaue den auslaufenden Fischerbooten nach. Mit seiner eigenwilligen Teflon -beschichteten Dachkonstruktion ragt der Komplex wie ein riesiges Schiff mit geblähten weißen Segeln in den Hafen. Bis zu fünf Kreuzfahrtschiffe können zeitgleich am Pier anlegen. 
 

Walter Jansen
Walter Jansen

Walter Jansen befindet sich im Ruhestand und hat nun endlich die Zeit gefunden seinem grossen Hobby dem "Reisen" nachzugehen. Neben seiner Frau und seinen Kindern sind Filmkamera und Fotoapparat dabei seine treuesten Reisebegleiter. Aber auch seine Gitarre darf nicht fehlen. Mit ihr bringt Walter Jansen vielen Menschen Unterhaltung und Freude. Besonders unterwegs bringt das Gitarrenspiel Menschen zusammen und Freundschaften werden durch die Musik leicht angebahnt.

Sein meist besuchtes Land ist Nord Amerika. Aber auch Malaysia, Australien, Neuseeland und einige Laender Afrikas faszinierten und inspirierten Walter Jansen zu weiteren Reiseabenteuern. Die naechste groessere Reise ist bereits in der Planung. Eine Reihe asiatischer Laender wird dieses mal das Ziel sein. Ganz neue Eindruecke und Abenteuer werden Gelegenheit zu weiteren Berichten geben.

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Der deutschstämmige Architekt Ed Zeidler hat das Gebäude als Kanada-Pavillon für die Weltausstellung 1986 entworfen. Heute dient es als Kanadas wohl beeindruckendstes Handels- und Kongresszentrum.

Es gibt Restaurants, Geschäfte, ein großes IMAX-Filmtheater und von der umlaufenden Promenade bieten sich an diesem Abend herrliche Ausblicke auf die Stadt und den Hafen.

Als die Sonne allmählich untergeht, wird es kühl. Ich gehe zurück zum Hotel und treffe einen Kanadier, der ein stück Weges mit mir geht. Er arbeitet hier in Vancouver, während seine Familie in Manitoba wohnt. Er nennt Vancouver "umbrella city". Im Hotel zurück, kommen Christian und Ria gerade vom Schwimmen.

Nächste Etappe: Victoria - Washington
 

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