Reisebericht West Papua | Baliem Valley

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Reisebericht West Papua | Baliem Valley

REISE ZUM BALIEM VALLEY UND UMGEBUNG

Interessante Wanderungen zu den Dani's, einem erst seit den fünfziger Jahren entdeckten Volksstammes in West - Papua, der noch größtenteils seine traditionelle Lebensweise und Gewohnheiten beibehalten hat. Faszinierende Einblicke in das Leben der Dani, in ihren Gehöften und Hütten (honai) in noch unberührter Natur.

 

 

 
Reisetyp: Individualreise
Reisebericht aus dem Jahr: 2012
Altersgruppe des Autors: 45-60 Jahre
 

 
Anfang Oktober 2012 war alles so weit mit unseren Vorbereitungen gediehen, die Reise ins Baliem Valley in Papua / Irian Jaya konnte also beginnen. Durch Reiseführer und das Internet hatten wir uns bereits seit langem vorbereitet und wussten so ziemlich über das Baliem - Tal und die Bevölkerung der Dani sowie über die aktuelle Lage Bescheid. Yuni war am Vortag der Abreise von Villa Orchid Bali in Ubud / Bali, noch zu ihrem Heimattempel in Denpasar gefahren, um bei Ihren Schutzgöttern für gutes Gelingen zu sorgen, was ja nie schaden kann. Mit Lion Air flogen wir zuerst nach Jakarta, um dann nach vier stündigem Aufenthalt und sechs stündigem Flug direkt in Jayapura / Papua / Irian Jaya anzukommen. Mitflieger waren ungefähr hundert von einem Arbeitseinsatz nach hause zurückkehrende Arbeiter aus Papua, die vorher in Gruppen stoisch am Boden sitzend die Wartehalle belagerten. Mit großem Respekt folgten sie jeder Anweisung eines gedrungenem, agilen, Furcht erregenden Papua Bosses, der seine Leute herrisch im Griff hatte. Bereits nach einer Stunde Flug waren sämtliche Toiletten nicht mehr begehbar und das Begleitpersonal hatten Mühe mit Duftsprays für „genießbare“ Luft zum Atmen zu sorgen.

In Jayapura, eigentlich in Sentani, da sich der Flugplatz hier, ca. 30 km entfernt befindet, nutzten wir den kurzen Aufenthalt bis zum Einchecken nach Wamena, um einen Kaffee zu trinken und einen Blick in die Zeitung zu werfen. Gleich auf der Vorderseite der Cenderawasih Pos (Paradiesvogel Post) war von einem Bombenanschlag auf die Polizeistation in Wamena am Vortage zu lesen. Das waren keine guten Willkommensgrüße. Seit Jahren hat es die indonesischen Regierung mit einer Bewegung Free Papua zu tun, welche eine Loslösung von Indonesien anstrebt. Es gab hier immer wieder Tote, auch und gerade wegen der Erschießung ihres charismatischen Anführers Kelly Kwalik vor 3 Jahren.

Wir saßen bereits in der vollen Prop-Maschine der Trigana – Air, als plötzlich im vorderen Bereich ein Tumult losbrach. Kurz bevor die Maschine abhob, wurden noch blitzschnell drei Männer aus Papua abgeführt, die Waffen und Munition an Bord geschmuggelt hatten. Nach einer guten Stunde landeten wir in Wamena,- die Piste verlief direkt parallel zu der Hauptstraße-, man war sofort inmitten der staubigen kleinen Stadt. (ca.9000 Einwohner) Es ist die einzige Ansiedlung in diesem abgeschlossenen Hochtal (1600 bis 2000 m) wo es Geschäfte gibt und man das notwendigste einkaufen kann. Alles ist wesentlich teurer als im Rest von Indonesien, sicher verständlich da - vom Nagel bis zur Baumaschine - alles eingeflogen werden muss. Es gibt keine Landverbindung zur Küstenstadt Jayapura oder zu anderen grösseren Ansiedlungen. Das Baliem Valley wurde erst 1945 durch einen Flugzeugabsturz und der Suche nach Überlebenden wieder entdeckt und ab 1954 trafen die ersten holländischen Missionare ein. Drei Jahre später richteten die Holländer den ersten Posten ein. Heute zieht es Menschen mit Pioniergeist aus Teilen Indonesiens an, die hier ihr Glück unter erschwerten Bedingungen versuchen wollen.
 

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Gefährlicher Empfang in Wamena - eine Bombe zerstört das Polizeirevier


 Geschäfte in der HauptstrasseWamena's
 

 


Öko Gemüse auf dem Pasar Baru in Wamena
 

 
Im Pondok Wisata Puti Dani hatten wir ein Zimmer bereits vorgebucht. Ein Fahrzeug karrte uns zu diesem etwas außerhalb liegenden Haus. Yuni bepackt mit ihrem riesigem Rucksack, - ich durfte ihn wegen meiner Rückenprobleme nicht anrühren - aber für unsere geplanten Tages- oder 2 Tages-Touren genügten vollkommen unsere kleineren Rucksäcke die wir mit dabei hatten. Eigentlich wollten wir uns einen Träger für längere Wanderungen engagieren, erkannten aber, dass es sinnvoller und interessanter ist, ein Bemo oder ein Bejak (Motorrad-Taxi) zu nutzen um schneller vorankommen und um dabei mehr zu sehen und zu erleben. Von den Endpunkten aus, wo wir mit einem Transport nicht mehr weiterkommen sollten, genügten die kleinen Rücksäcke mit etwas Proviant für 2 Tage. Außerhalb des Einzugsbereiches Wamena konnte man nichts mehr kaufen, auch kein Wasser.

Der größte von drei Märkten in Wamena, der Pasar Baru, war unser erstes Ziel. Wir wurden nicht enttäuscht. Schwere Lasten schleppten Dani Frauen in ihren Netzen, die sie über dem Kopf einhängten auf den Markt. Oft zwei oder drei volle Netze übereinander hängend. So werden Kartoffel, Gemüse, junge Schweine und auch Babys transportiert. Exzessiv wird von Männer und Frauen bei jeder Gelegenheit geraucht, ja wir hatten den Eindruck unentwegt, um dabei noch Betelnüsse (Pinang) zu kauen, die mit einer Pflanze Sirih und Kalk zusammen eingekaut werden. Rote Spritzer – man sieht sie überall auf Straßen und Plätzen – sind das Resultat des ausgespienen roten Saftes der dabei entsteht. Das Angebot auf dem Pasar Baru ähnelte dem der Märkte in Bali oder Lombok. Nur sahen wir wesentlich mehr Süßkartoffeln und Gladies, eine weiße größere Kartoffelart, das Hauptnahrungsmittel in Papua. Tabakrollen, zu langen Würsten ganz fest zusammengepresst waren sehr gefragt. Mit einem Messer schnitt oder raspelte man sich die notwendige Menge fein ab und rollte alles in einem getrocknetes Blatt zu einer Zigarette.

Aufgefallen sind uns auch schwere, rote, längliche Früchte einer Palme (buah merah) deren Öl zu einem in Indonesien populären Krebsmittel verarbeitet wird. Hier sahen wir zum ersten mal traditionelle Orang Asli  (Dani), die nur mit einem Penisköcher (Koteka), bestehend aus einer besonders gezüchteten Kürbisart, bekleidet sind. Zur Verschönerung ziert oft noch ein Kranz aus Hühnerfeder den Kopf. Ein für uns zuerst ungewohnter Anblick, der aber bald zur Normalität wurde. 
 


 Buah merah - rote Palmfrüchte
 

 


Gepresste Tabakrollen
 


 Pasar Baru in Wamena - Süsskartoffel
 

 


Gladies - eine grössre Kartoffelart
 


 Schweinefleisch - frisch geschlachtet
 

 


Sehr begehrt sind Betelnüsse (Pinang) zusammen mit Sirih und Kalk

 
Wir hatten beschlossen mit dem Bemo nach Jiwika im Norden des Baliem Tals zu fahren, um in den ersten Tagen diesen nördlichen Teil zu erkunden. In dem Minibus warteten wir auf die Abfahrt - fünf Dani Frauen, voll beladen von ihren Markteinkäufen, hatten bereits das Fahrzeug bestiegen – jetzt könnte es eigentlich endlich losgehen. Doch dann glaubten wir vom Fahrer zu hören: „neunzehn Mitfahrer“ sollten es schon sein. Unsere Vorstellungskraft aber reichte nicht aus, um dies als realistisch einzuschätzen. Zumal alle Dani Frauen schwerst beladen mit gefüllten Säcken und vollen Netzen vom Markt kommend, dem ramponierten Karren  entgegen schlichen. Es dauerte noch eine geraume Weile, bis unsere Skepsis widerlegt wurde. Tatsächlich fuhren wir mit neunzehn Insassen los, fast alle rauchend, viele schoben sich Betel in den Mund, tauchten Sirih in Kalk und schmatzten und spuckten saftig um die Wette. Unser Kopf schwirrte, der Geruchsinn war irritiert, unser Hirn benebelt.

Während der Fahrt kamen wir mit einer Frau aus Java ins Gespräch, die uns in ihrer Holzhütte - einfachst ohne Licht und Wasser, wie sie sagte, - ein Bett anbot. Das Angebot nahmen wir gerne an, da es von Jiwika aus einfacher war, weiter den Nordteil zu erkunden. Außerdem sollte hier in der Nähe noch eine Mumie zu sehen sein und auf einem nahe liegenden Berg eine Salzquelle sprudeln.
Am nächsten Tag klopften wir an ihre Tür, bestaunten die Kargheit, warfen unsere Bündel auf das Bett und machten weitere Pläne für die nächsten Tage. Zwei Nächte verbrachten wir bei Ibu Bude in Ihrer Bude (kleine Holzhütte), um von hier aus die Gegend und die Menschen weiter zu auszukundschaften. 
 

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Yuni und Ibu Bude mit ihrem Sohn - in ihrer einfachen Hütte in Jiwika
 


 Honai bei Sumpaima
 

 


Typischer Eingang zu einem Dani Gehöft
 

 
Wir marschierten das kurze Stück nach Sumpaima zur einer kleinen Ansiedlung grasbedachter, runder Hütten (Honai) der Papuas, denn die Mumie und das Gehöft dort und die Orang Asli machten uns neugierig.
Umlagert waren wir zuerst von den Männern, später wagten sich auch die barbusigen Frauen und Kinder aus Ihren Honai’s. Eine Unterhaltung war gut möglich, denn einer von ihnen sprach indonesisch. So erfuhren wir, dass die Mumie ungefähr 350 Jahre alt ist. Zur Zeit hängt man ihr alle fünf Jahre ein Lederband um den Hals, verbunden mit einer Zeremonie um mit dem Zählen der Jahre besser zu recht zu kommen und gleichzeitig den Toten zu ehren. Nur wichtige Persönlichkeiten und grosse Krieger wurden früher mumifiziert und im Hause aufbewahrt. Männer schlafen alle gemeinsam in einer Honai, von den Frauen und Kindern getrennt. Erst ab dem siebten Lebensjahr dürfen die Jungs im Honai der Männer nächtigen. Nach einer Geburt ist Sex für 2-5 Jahre tabu, um voll die Nahrung und Pflege dem Kind zuteil werden zu lassen, manchmal säugt man auch junge Ferkel. Polygamie ist für die Dani normal, jeder hier sorgte für 2 bis 3 Frauen, für die er je 4 bis 5 Schweine der Familie übergeben musste. Die Anzahl der Schweine und Frauen symbolisiert hier Wohlstand und sozialen Status.

Endlich wurde die Mumie vorsichtig aus dem Hütte getragen und auf einen Holzklotz platziert, nicht ohne vorher den ausgehandelten Obulus in Höhe von 100.000 Rupiah zu blechen.(10US $)
Später saßen wir noch mit den Dani in der Männer Honai zusammen erzählten und frugen ihnen ein Loch in den Bauch, während einer auf einer kleinen Mundorgel zupfte. Tief gebückt schoben wir uns durch die kleine Öffnung, die von innen wieder verschlossen werden konnte. Zuerst sahen wir überhaupt nichts, es war finstere Nacht. Erst ganz langsam gewöhnten sich unsere Augen an diese Dunkelheit, erkannten in der Mitte eine Feuerstelle, zum Schutze überdacht durch ein oben geschlossenes Gestell. In diesem Bereich konnte man gerade noch sitzen, so nieder war die eingezogene gitterähnliche Decke, alles total geschwärzt durch die Feuerstelle. Zu unserer überraschung erfuhren wir, dass dieser Platz nur für das Essen und der Unterhaltung dient. Durch eine Luke, stieg man zum Schlafen nach oben, wo die hochgestiegene Wärme des Feuers ein angenehmes Schlummern auf dem mit Gras bedeckten geflochtenem Boden ermöglichte. Die Tage sind heiß hier im Baliem Tal und die Nächte kühl, die Temperatur fällt bis auf 10 - 12 Grad. Eine warme Hütte garantiert wohliges Schlummern, vor allem wenn man nichts als eine Koteka trägt.
 


 Ungefähr 350 Jahre alte Mumie in Supaima
 

 


Grosse Anführer und Krieger wurden früher mumifiziert und im Hause aufbewahrt


 Gegen einen Obulus wurde die Mumie vorsichtig aus dem Honai geholt
 

 


Dani  Mann mit Federschmuck und Koteka

 


 Dani mit Penisköcher (Koteka)  aus einer besonders gezüchteten Kürbisart

 


Uta & Michelle ziehen sich über den Fluss
 

 
Wir beschlossen die Salzquelle oben auf einem Berg zu erreichen. Da das völlig abgeschlossene Hochtal durch die Abgelegenheit ohne jegliche Verbindung zur Außenwelt war, konnte auch kein Salz auf dem Transportwege ins Baliem Tal gelangen. Man war auf diese wichtige Salzquelle angewiesen und gewann auf originelle Art dieses notwendige Mineral. Bananenstämme wurden zerquetscht, wobei sich der faserigen Strunk im Wasser hängend mit Salzwasser vollsog. Nach der Trocknung verbrannte man das ganze und erhielt eine salzhaltige Asche die zum Würzen benutzt werden konnte. Fröhlich und guten Mutes liefen wir durch das weite Tal, - ein junges Mädchen begleitete uns, um uns den Weg zur Quelle zu weisen.  Nach einiger Zeit erreichten wir den Einstieg am Berg. Der Pfad aus Steinen und Wurzeln führte fast senkrecht nach oben und ich ahnte böses. Nach mehr als zwei  Stunden des Hochkraxelns frug ich zum wiederholten male, schweißgebadet den immer noch frisch aussehenden Teenager, - wie weit noch ? – und als ich immer noch und abermals die gleiche Antwort bekam "masih jau" - noch weit -, entschloss ich mich zur Umkehr. Obwohl Yuni noch ziemlich fit aussah, war sie insgeheim sicher auch erleichtert, dass es nun wieder abwärts ging. Es war für mich ein ungewohntes Aufgeben, aber sicher richtig nach meiner erst seit kurzem erfolgten Operation an der Wirbelsäule. Noch weitere zwei Tage hatte ich zu tun, bis sich Rücken und Bein wieder einigermaßen normal anfühlten.

An nächsten Tag brachte uns,  - wie immer - ein voll beladenes Bemo, über Wosilimo und Meagaima bis zum nördlichsten Teil nach Manda. Von hier ab ging es nur noch zu Fuß weiter durch herrliche Landschaften und fantastische Berg - Szenerien nach Bugi, teilweise begleitet vom idyllischen kleinen Wolo – Fluss bis fast nach Wolo. Die freundlichen Menschen die wir trafen imponierten uns durch ihre immense Gelassenheit, immer wieder bestaunten wir die sauberen Honai, verstreut und eingebettet in das Grün der Felder. Wir hatten Glück, denn unvorhergesehener weise tauchte ein Bemo auf, das uns noch aufnehmen konnte um so schneller wieder Wamena, unseren Ausgangspunk zu erreichen. Verdächtiger Benzingeruch schwängerte die Luft in diesem klapprigen, verrostetem Gefährt, bis uns irgendwann auffiel, dass der Fahrer zwischen Sitz und Füßen, 3 Kanister Benzin deponiert hatte, die mit Schläuchen Verbindung zum Motor hatten. Es stellte sich heraus,- das alte Vehikel hatte keinen Tank mehr -, so hatte man sich diesen Notbehelf ausgedacht, ungeachtet der Zigaretten qualmenden Insassen samt Fahrer.
 

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Rundhütten (honai) der Dani bei Bugi
 


 Dani Siedlung bei Yetni - Yuni
 

 


Zigarettenpause mit Dani Frauen - Gerhard
 


 Heimwärts, nach Kurima ziehende Dani
 

 


Gut dass es diese Brücke nach Kurima gab. In der Regenzeit ist hier kein Weiterkommen möglich
 


 Sauberes Gehöft in Kurima - Gerhard
 

 


Landschaft im Baliem Valley - Gerhard
 

 
Bei einer Frau im Bus beobachteten wir fehlende Fingerglieder an beiden Händen, die beiden Daumen aber waren unverletzt. Sterben nahe Familienmitglieder – so erfuhren wir - hackt man nur bei Frauen jeweils ein Glied ab, wobei die Daumen immer geschont bleiben. Reichen die Glieder nicht aus, schnippelt man das Hörorgan ab. So möchten man den Schmerz und das Leid über den Verlust, vom Herzen in die verletzte Hand oder das Ohr ableiten. So verhindert man wahrscheinlich durch ein zu langes Leiden um einen nahen Verstorbenen, ein abgleiten in eine Depression. Man sagte uns auch, dass dies seit einiger Zeit nicht mehr erlaubt sein soll. Ganz überraschend ist somit wieder ein neuer Markt für die moderne Medizin und für Antidepressiva aufgetan. Ob es für die Dani's von Vorteil sein wird ? Sie erreichen immerhin für ein Naturvolk das überaus hohe Duchschnittsalter von sechszig Jahren.

Zurück in Wamena verbrachten wir einen ganzen Tag um den Messi und Sinatma Markt, und Hängebrücken am Baliem Fluss per Bemo, Bejak und zu Fuß zu erleben. Einzig das Palimo Adat Museum in Wamena, direkt am Baliem Fluss gelegen, ganz nahe an einer 90 m langen Hängebrücke, erschien uns noch besuchenswert. Als wir aber dort ankamen, war leider alles leer geräumt oder geplündert, die Scheiben waren eingeschlagen. Es gab keinen Hinweis auf eine Verlegung des Museums.

Zum essen gab es naturgemäß keine große Auswahl in Wamena, meistens nur Padang – Restaurants mit vorgekochten oder gebackenen Hähnchen oder Fischen, etwas Gemüse, Reis und Kartoffel. Wer gewohnt war sein Bier zu trinken wurde enttäuscht, denn Alkohol ist nicht erlaubt. Vor kurzem wurde daher auch Hefe rationiert um die Dani am Suff zu hindern oder mindestens zu erschweren. Durch vermischen von Ananas, Wasser, Zucker und Hefe brauten sie sich zu oft einen berauschenden Punsch.
 


 Sechs Fingerglieder fehlen bereits - Ein Trauerritual
 

 


19 Fahrgäste sollten es schon sein - wir warten noch auf 14 Mitfahrer, es wird eng  werden   - Yuni
 

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eunzig Meter lange Hängebrücke über dem Baliem Fluss
 


Landschaftlich ebenfalls sehr reizvoll war der südöstliche Teil des Hochtales welches wir nun in Angriff nahmen. Bepackt mit unseren Rucksäcken erreichten wir von Wamena aus mit dem Bemo über Hepoba und Hitigima den Endpunkt Sogokmo. Hier war Endstation, die Beine  wurden wieder gefordert. Unsere Wanderung führte uns zuerst nach Yetni und weiter nach Kurima Richtung Polimo. Wir hörten zwar bereits in Wamena, dass es oft schwierig ist in der Regenzeit einen Gebirgsbach zu überqueren, der den Zugang nach Kurima abschneidet, doch wir hatten Glück. Eine kleine Behelfsbrücke brachte uns auf die andere Seite. Das Ausmaß des Geröllfeldes machte uns aber klar, dass während der Regenzeit nur sehr schwer ein Weiterkommen möglich gewesen wäre. Immer wieder begegneten wir oder überholten uns, in ihre Dörfer heimkehrende Dani. Frauen mit ihren vollgestopften Netzen über dem Kopf von der Last nach vorne gebeugt, Männer bepackt mit Holz, Gras oder einem Schwein, immer hatten sie Zeit zu einem kleinen Plausch und zu einer Pause, Zigaretten hatten wir immer dabei. Von Natur aus sind die Dani freundlich, auch etwas scheu, bei den Begrüßungen fiel uns das lange Halten und Betasten der Hände auf, um den zu Begrüßenden ausgiebig zu erfühlen.

Wir machten uns Gedanken, was wohl die Zukunft für die Dani im Baliem Valley bringt. Wamena ist sicher das zugänglichste Gebiet im Innern Papua‘s. Inzwischen hat man in Wamena einige westliche Einrichtungen und Erleichterungen auch für die Dani geschaffen, die zwangsläufig zu einer Verbesserung ihrer Lebenssituation führen sollten. Aber außerhalb dieses Einzugsbereiches erlebt man noch eine einmalige, vielleicht letzte faszinierende traditionelle Lebensart eines Volksstammes in noch unberührter Natur.
 


 Begegnungen auf dem Weg nach Kurima
 

 


Dani mit Federkranz Schmuck
 


 Auf dem Weg nach Polimo
 

 


uhepause (istirahat)
 


In aller Frühe startete unsere Trigana Prop - Maschine nach Jayapura und hatten auch gleich Anschluss um mit Lion Air nach Makassar / Südsulawesi weiterzufliegen. Im Hotel Santika verbrachten wir noch 2 Nächte um sich mit Yuni’s Freunden aus alten Schulzeiten zu einem Abendessen zu treffen. Nach einer gemeinsamen Stadtrundfahrt und zu den neu erbauten Hypermarkt Malls beendeten wir unsere Reise mit einem Flug zurück nach Bali.
 


 Teilansicht vom  Fort Rotterdam in Makassar (Südsulawesi)
 

 


Von Holländern gebauter Kanal zum Fort Rotterdam
 

Gerhard Waldner
Gerhard Waldner

Geboren in Ludwigshafen am Rhein, war Gerhard schon seit frühester Jugend an vom Reisefieber gepackt. Meistens mit Fahrrad und Motorrad bereiste er über 60 Länder. Auch während seiner beruflichen Tätigkeit nahm er sich immer wieder genügend Zeit, ferne interessante Gebiete zu bereisen und zu entdecken.

Seit dem Jahre 2006 lebt er mit seiner Balinesischen Frau Yuni grösstenteils in seinem Haus in Bali, auf der Insel zu der er sich immer wieder hingezogen fühlte. Die mehr als 17.500 Inseln des Indonesichen Archipels liegen nun vor seiner Haustür zur Erkundung bereit.

Ferien-Bungalows in Bali, Indonesien:
http:/www.villa-orchid-bali.de/

Kontakt via: mail@WorldTravelReports.com

© Copyright für Artikel und Bilder liegen beim Autor

 


Treffen mit Yuni's Freunden in Makassar 
Kadek - Gerhard - Yuni - Jasmin

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